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Schwein

EU-Tiefpunkt erreicht

von , am
08.10.2009

Bonn - Die EU-Schweineproduktion wird 2009 deutlich kleiner als im Vorjahr ausfallen. Der Prognoseausschuss der EU-Kommission rechnet mit einem Erzeugungsrückgang von mehr als 2 Prozent oder 6 Millionen Schweinen.

© Mühlhausen/landpixel.de

Allerdings hat sich der Rückgang des EU‐Schweinebestandes nach den jüngsten Viehzählungsergebnissen deutlich verlangsamt, wie die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft-mbH (AMI) berichtet. Ab 2010 ist wieder mit einem leicht steigenden Angebot zu rechnen. Für eine etwas höhere EU‐Schweineproduktion im nächsten Jahr spricht insbesondere, dass die Bestände großer Produzenten wie Deutschland, Spanien, den Niederlanden und Dänemark wieder leicht zunehmen.

Rückgang des EU-Erzeugerpreises von gut sechs Prozent

Der durchschnittliche EU‐Erzeugerpreis für Schlachtschweine dürfte 2009 in der Handelsklasse E etwas mehr als 1,43 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht (kalt) erreichen. Das entspräche einem Rückgang von gut 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Allerdings nur, wenn der Schweinepreis im vierten Quartal 2009 nicht deutlich einbricht und sich im EU-Schnitt auf einem Niveau von 1,40 Euro je Kilogramm halten kann. Im dritten Quartal hatte er noch bei 1,54 Euro je Kilogramm gelegen. Für das erste Quartal 2010 ergibt sich im Mittel der Preisprognosen ein EU-Durchschnittspreis von 1,35 Euro je Kilogramm und somit ein identisches Preisniveau wie im ersten Quartal 2009. Für das zweite Quartal wird ein Preis von 1,42 Euro je Kilogramm geschätzt, welcher das Vorjahresniveau nur geringfügig um 4 Cent unterschreiten würde.

Wenig Spielraum der EU-Preise in den nächsten Monaten

Ein etwas stärkerer Preisrückgang als im EU‐Durchschnitt ist in Deutschland, Frankreich und Polen zu erwarten, während in Dänemark, Spanien und Italien sogar mit leichten Preiszuwächsen gegenüber dem Vorjahr zu rechnen ist. Insgesamt werden die EU‐Preise in den nächsten Monaten wenig Spielraum nach oben haben. Zu deutlich ist am Weltmarkt im Moment der Abstand zu den niedrigen Preisen in den USA, Kanada und Brasilien, die mit dem schwachen Dollarkurs im Rücken den europäischen Wettbewerbern das Leben schwer machen.

Als positive Faktoren sind hingegen die nur sehr verhalten steigende EU‐Produktion, die anhaltend niedrigen Futterkosten und die mögliche Erholung der weltweiten Konjunktur zu werten. (AMI)

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