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EU über Vormarsch der ASP besorgt

© agrarpress.de
von , am
09.07.2013

Brüssel - Die EU-Mitgliedstaaten sind über das Vordringen der Afrikanischen Schweinepest an die Außengrenzen der Gemeinschaft besorgt. In Weißrussland wurde ein zweiter Ausbruch bestätigt.

© Mühlhausen/landpixel
In Weißrussland ist in der vergangenen Woche ein zweiter Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bestätigt worden. Das Virus wurde bei fünf aus einem Landwirtschaftsbetrieb stammenden Schweinekadavern nachgewiesen, teilte das nationale Veterinär- und Lebensmittelaussichtsamt mit. Der betroffene Betrieb liegt in der nördlichen Provinz Witebsk, die an Russland, aber auch an die baltischen Republiken Lettland und Litauen angrenzt.
 
EU-Kommission sichert Unterstützung zu
 
Zwei Wochen zuvor war in Weißrussland erstmals ein ASP-Fall offiziell bestätigt worden, und zwar bei einem toten Tier aus privater Haltung in der nordwestlichen, an Polen und Litauen angrenzenden Provinz Grodno. Laut dem Landwirtschaftsminister, Leonid Sajaz, sei das Virus aus dem Ausland mit einer Lieferung von Mischfutter eingeschleppt worden. Ein im Frühjahr des Vorjahres in Weißrussland bekannt gewordener ASP-Verdachtsfall hat sich nach offizieller Darstellung Minsks nicht bestätigt. Man sichere Minsk und auch Russland jegliche Unterstützung zu, um die Seuche in Schach zu halten, erklärten sie gemeinsam mit der Europäischen Kommission anlässlich der Bestätigung von Ausbrüchen in Weißrussland. Bei der Ausbreitung der Krankheit dürfte der intensive Austausch von Transportmitteln und Passagieren eine wichtige Rolle spielen; deshalb sollten Kontrollmaßnahmen zur Begrenzung solcher Risiken streng eingehalten werden.

Krisenplan zur Bekämpfung der ASP

Die EU-Mitgliedstaaten einigten sich darauf, die Desinfektionsregeln für Fahrzeuge zu verschärfen und bei Reisenden vermehrt Stichprobenkontrollen auf Waren tierischen Ursprungs vorzunehmen. Unterdessen verabschiedete das Europaparlament eine Einigung mit dem Rat über eine Stärkung des EU-Systems zur Eindämmung schwerwiegender grenzüberschreitender Gesundheitsrisiken, wie sie in der Vergangenheit beispielsweise bei der Krise um Enterohämorrhagische Escherichia-coli-(EHEC)-Bakterien auftraten.
 

Menschen in Europa besser schützen

Durch eine verbesserte Bereitschaftsplanung und mehr Koordination auf EU-Ebene sollen die Menschen in Europa besser geschützt werden. Insbesondere wird eine Rechtsgrundlage für eine freiwillige, gemeinsame Beschaffung von Arzneimitteln und Impfstoffen geschaffen. Ziel ist es, die Bürger im Notfall schneller und günstiger versorgen zu können. Auch ein Frühwarnsystem ist Teil des Pakets. Ferner wird der EU mit dem Beschluss eine größere Autorität im Notfall eingeräumt: Die EU kann beispielsweise auf ihrem Gebiet einen Gesundheitsnotstand ausrufen, um Maßnahmen auszulösen, damit Impfstoffe und Medikamente schneller bereitgestellt werden können. EU-Gesundheitskommissar Tonio Borg begrüßte die Annahme durch das Parlament als Meilenstein für die europäische Gesundheitssicherung.
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