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Schwein

EU: Uneinigkeit über Zukunft der Ferkelkastration

von , am
23.11.2009

Bonn - Die Zukunft der Ferkelkastration in Europa wird von Experten der Schweinefleischbranche unterschiedlich beurteilt. Jedoch wollen nur 18 Prozent die Vorgehensweise in ihrer jetzigen Form beibehalten.

© agrarfoto.com

Das geht aus einer Befragung hervor, die die Universität Bonn in dieser Woche unter insgesamt 120 Teilnehmern der "Internationalen Fleischwoche" in Bonn durchgeführt hat.

Wie die Hochschule und das Cluster Ernährung.NRW, das die Untersuchung finanziell unterstützte, mitteilten, hält rund die Hälfte der Befragten einen Verzicht auf die Ferkelkastration EU-weit vor 2019 für möglich. Etwa 35 Prozent bewerteten eine Systemumstellung erst langfristig oder gar nicht als realistisch, berichtet Agra-Europe. Ferner hätten die Experten die Entwicklung einer Technik, mit der eine sichere Identifizierung von Ebern mit Geruchsabweichung möglich sei, als besonders problematisch beurteilt, erklärten die Universität und das Cluster.

Die große Mehrheit der Befragten geht davon aus, dass entsprechende Technologien frühestens mittelfristig bis zum Jahr 2019 zur Verfügung stehen könnten. Darüber hinaus geben die Fachleute der Ebermast nur dann eine Chance, wenn sie auf allen Stufen der Fleisch produzierenden Industrie Akzeptanz finde. Ein Haupthindernis wird darin gesehen, dass das Problem der Geruchsabweichung von Eberfleisch nicht innerhalb der kommenden vier Jahre praktikabel zu lösen ist.

Außerdem müsse in diesem Zusammenhang auch die Haltung und Aufzucht der Tiere neu geregelt werden, schreibt Agra-Europe weiter. Wie die Hochschule mitteilte, befürworten 44 Prozent der Befragten die Abschaffung der Kastration bei gleichzeitiger Umstellung auf Ebermast. Ungefähr 36 Prozent haben sich für eine Kastration unter Gabe von schmerzstillenden Mitteln ausgesprochen und 18 Prozent wollen die Vorgehensweise in ihrer jetzigen Form beibehalten. (lid)

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