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Schwein

EU verbietet Brasilien Schweinefleisch-Lieferung

von , am
26.03.2010

Bonn - Brasilien wird voraussichtlich auf absehbare Zeit kein Schweinefleisch in die EU liefern dürfen. Brasilianische Schweinehalter können erst dann auf Zugang zum EU-Markt hoffen, wenn sie nachweislich auf das Wachstumshormon Ractopamin verzichten.

© agrarfoto

Aufgrund der Ergebnisse einer Inspektion der EU im brasilianischen Bundesstaat Santa Catarina im Oktober vergangenen Jahres verschiebe sich die Lieferung von Schweinefleisch aus Brasilien in die Gemeinschaft in weite Ferne, zitiert der Verband der Fleischwirtschaft (VDF), Bonn, Vertreter der EU-Kommission laut Dow Jones News. Der Inspektionsbericht zeigt demnach einige wesentliche Defizite auf. So wird darin bemängelt, dass in Brasilien bei der Produktion von Schweinefleisch der in der EU für die Haltung dieser Tiere verbotene Wachstumsförderer Ractopamin eingesetzt werde.

Ferner deckten die Kontrollen auf diesen Stoff bei der Erzeugung für den EU-Markt nicht die gesamte Produktionskette ab, heißt es weiter. Vielmehr werde im Rahmen des nationalen Rückstandskontrollplans nur eine Stichprobe von jährlich 60 Schlachtkörpern unter die Lupe genommen. Auch die für die Zukunft vorgesehenen Überprüfungen zur Sicherstellung einer Ractopamin-freien Erzeugung sieht Brüssel demnach als unvollständig und nicht ausreichend an.

Weitere Mängel festgestellt

Der Einsatz von Ractopamin und Defizite bei der entsprechenden Überwachung seien zudem bereits bei früheren Inspektionsreisen - zuletzt im Februar 2007 - bemängelt worden, so der VDF. Überdies kritisiert der Bericht Defizite bei der Identifizierung von Schweinen beziehungsweise der Herkunftskontrolle. Die brasilianischen Vorschriften enthielten hierzu keinerlei Regeln und das jeweilige System der möglichen Lieferanten könne keine volle Rückverfolgbarkeit der Schweine sicherstellen, bemängeln die Inspektoren. Als weiteren Malus führen sie an, dass in Brasilien auch keine amtlichen Überwachungsverfahren zur Identifizierung von Schweinen in Ractopamin-freien Produktionsketten entwickelt würden. (aiz)

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