Login
Strukturwandel

Fast jeder zehnte Sauenhalter gab in Niedersachsen 2016 auf

Sauen in Kastenständen
Thumbnail
Redaktion agrarheute, agrarheute
am
13.02.2017

Der Strukturwandel zeigte sich in 2016 deutlich bei den niedersächsischen Sauenhaltern. Rund zehn Prozent gaben ihren Betrieb auf.

Allein im vergangenen Jahr verabschiedete sich in Niedersachsen fast jeder zehnte Sauenhalter von seinem Betriebszweig, auf gerade noch 2.000 Höfen werden aktuell Sauen gehalten. 2010 lag die Zahl mit 3.400 noch um 40 Prozent höher. Auch die Zahl der gehaltenen Tiere nimmt ab, sie reduzierte sich in dem Zeitraum von 565.000 auf aktuell knapp 480.000 Sauen. 1.500 Betriebe halten bis zu 249 Sauen, sind also kleinstrukturiert.

"Von schönen Worten können unsere Sauenhalter nicht überleben, unsere Betriebsleiter benötigen die Rückendeckung der Politik und der Verbraucherinnen und Verbraucher gleichermaßen. Zunehmend dagegen fühlen sie sich verunsichert". Dieses Fazit lässt sich nach Meinung von Lars Prigge,Vorsitzender im Arbeitskreis Sauenhaltung des Landvolkes Niedersachsen und selbst Sauenhalter, aus aktuellen Statistiken zur Tierhaltung ablesen.

Immer mehr Vorschriften sorgen für Verunsicherung

Prigge kennt die Vorschriften, die seine Kollegen immer wieder verunsichern: Der Umstellung auf die Gruppenhaltung folgt nun die Diskussion um den Kastenstand, zusätzlich werden das Kupieren des Ringelschwanzes und die betäubungslose Ferkelkastration in Frage gestellt, zählt Prigge vor Journalisten in Bensersiel auf. "Für uns Sauenhalter bleibt quasi kein Stein mehr auf dem anderen", verdeutlicht er.

Prigge weist zugleich darauf hin, dass sich zwar viele kleinere Sauenhalter für den Ausstieg entscheiden, aber keine größeren dazukommen, um die Lücke auszugleichen. Die Folge merken Schweinemäster schon jetzt: Ferkel sind äußerst knapp, die Lieferzeiten für potenzielle Mäster lang. Der niedersächsische Durchschnitts-Sauenhalter hat aktuell in seinen Ställen 240 Sauen stehen. Anders dagegen in Dänemark oder den Niederlanden, wo schon 2013 die Halter im Durchschnitt 603 Sauen beziehungsweise 480 Sauen betreuten.

"Die Tierhalter fühlen sich schlicht vorgeführt, wenn die Politiker beteuern, wie wichtig ihnen kleine Betriebe sind. Aber gerade die Bäuerinnen und Bauern auf kleinen Höfen werden durch immer neue Gesetze und Verordnungen entmutigt und verunsichert, sie entscheiden sich letztlich für das Aus", schildert Prigge.

Mit Material von Landvolk Niedersachsen
Auch interessant