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Ferkelfütterung

Ferkel nach dem Absetzen gesund füttern und Durchfällen vorbeugen

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am Mittwoch, 19.10.2022 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Das erfolgreiche Absetzen der Ferkel von der Sau ist und bleibt eine Herausfordung in vielen Betrieben. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Fütterung der Tiere.

Ob die Aufzucht erfolgreich ist, zeigt sich bereits in den ersten Tagen nach dem Absetzen und hinterlässt Spuren bis zum Schlachthaken. Faktoren wie Fressunlust, Immunschwäche, Rangkämpfe und Absetzdurchfall resultieren oftmals in reduzierten Leistungen bis hin zu Ausfällen. Dies schwächt die Basis für die erfolgreiche Mast und geht so mit hohen ökonomischen Verlusten einher.

Zunehmend gefragt sind heute vor allem innovative Maßnahmen im Bereich der Fütterung, um ausgehend von der Geburt über das Absetzen eine erfolgreiche Aufzucht und Mast zu gewährleisten.

Erfolgsfaktor gesunder Darm

Zunehmend wird erkannt, dass der Darm nicht nur für die Verdauung und Aufnahme der zugeführten Nahrung zuständig ist, sondern auch bei der Abwehr von schädlichen Substanzen und Krankheitserregern eine entscheidende Rolle spielt. Er ist das größte Immunorgan und steht in engem Austausch mit einer Vielzahl dort angesiedelter Mikroorganismen. Bereits kleine Ungleichgewichte bringen jedoch die Symbiose und deren wichtige Funktion ins Wanken.

Eine wichtige Rolle für die Darmgesundheit der Ferkel spielt bereits eine vitale, darmgesunde Sau, die eine positive Mikroflora mit ihrem Kot absetzt und so die Ferkel darin unterstützt, eine gesteigerte Immunabwehr zu entwickeln. Speziell der Einsatz löslicher Rohfaser (zum Beispiel Trockenschnitzel oder Apfeltrester) senkt das MMA-Risiko und sichert die Milchversorgung der Ferkel.

Eine zusätzliche Faservorlage rund um den Geburtszeitraum (sieben Tage vor und zwei Tage nach der Geburt) kann sehr effektiv die Keimflora im Kot der Sauen und damit im Stall positiv verändern. Dies verringert letztlich auch den Druck für Durchfallerkrankungen der Ferkel.

Saugferkel gezielt anfüttern

Eine gesicherte Kolostrumaufnahme vorausgesetzt, spielt das Enzymtraining, sprich das Anfüttern der Ferkel, eine entscheidende Rolle für ein erfolgreiches Absetzen. In der zweiten und dritten Säugewoche flacht die Milchleistung der Sauen ab und die Ferkel müssen ihren Nährstoffbedarf zunehmend über Festfutter abdecken. Hierbei ist darauf zu achten, dass der Prestarter schmackhaft und hochverdaulich ist, um den Magen- Darm-Trakt der Tiere ab der zweiten Lebenswoche langsam an das feste pflanzliche Futter zu gewöhnen.

Neueste Studien bestätigen die positive Wirkung solcher Prestarter ab dem zehnten Lebenstag. Bewährt hat sich, das Futter statt in einem herkömmlichen in einem speziell ausgestatteten Trog anzubieten, der zusätzlich zum Spielen und Erkunden anregt. „Spielerisch fressen lernen“ heißt das Ziel.

Ferkel, die an die Aufnahme von festem Futter gewöhnt waren, haben letztlich die Futterumstellung im Zuge des Absetzens besser gemeistert als jene, die zuvor zwar optimal mit Sauenmilch versorgt waren, aber weniger Prestarter aufgenommen hatten.

Mit dem richtigen Absetzfutter das Durchfallrisiko minimieren

Der endgültige Umstieg zu festem Futter ist die größte Herausforderung beim Absetzen. Ein speziell an die Bedürfnisse der ersten Tage angepasstes Absetzfutter kann maßgeblich dazu beitragen, diesen Wechsel zu erleichtern. Zu achten ist hier auf eine geringe Säurebindungskapazität, den Mi­neralfutteranteil und auf ausreichend Faser.

Zum Beispiel sollte der Rohproteingehalt nicht über 16,5 Pro­zent liegen und aus gut verdaulichen Ei­weißträgern bestehen. Futterzusatzstoffe wie Probiotika, das Ansäuern des Futters (meist Säurekombinationen) oder der Ein­satz von mittelkettigen Fettsäuren können (betriebsindividuell) ebenfalls dazu beitra­gen, Absetzprobleme wie Durchfälle zu minimieren. Ebenso kann „mehr Biss“, also eine gröbere Futterstruktur dazu beitragen, sowohl das Tierwohl als auch die Tiergesundheit zu för­dern.

Mit Material von Dr. Reinhard Puntigam und Dr. Wolfgang Preißinger, LfL Bayern Grub/Schwarzenau

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