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Fütterungstechnik für Ferkel

Ferkel tierwohlgerecht füttern und gleichzeitig beschäftigen

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am Montag, 21.03.2022 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Trocken, breiförmig oder flüssig? Die Auswahl an Fütterungstechniken in der Ferkelaufzucht ist vielfältig. Entscheidend ist, dass die Verfahren auch das Tierwohl und die Gesundheit der Ferkel fördern.

Bei den heute praxisüblichen Fütterungsverfahren für Schweine wird die Tiergesundheit über die Aufnahmemenge je Mahlzeit beeinflusst. Hier spielen die Futterkonsistenz und -menge sowie die Fütterungsfrequenz eine Rolle. Das Tierverhalten wird hingegen vor allem über die Beschäftigungszeiten gesteuert. Das haben langjährige Studien gezeigt. Auch die neue gesetzliche Vorgabe von organischem Beschäftigungsmaterial soll die Dauer der Futteraufnahme bei den Schweinen ausdehnen und sie damit nachhaltig beschäftigen.

Dazu soll das Material bewühlt, gekaut und gefressen werden können und von ernährungsphysiologischem Nutzen sein. Die Initiative Tierwohl (ITW) lässt als Konzept der Beschäftigungsfütterung nicht nur Heu, Stroh und Silage zu, sondern auch Pellets, die aber jeweils getrennt von der Hauptfütterung angeboten werden müssen. Damit lassen sich nachweislich Beschäftigungszeiten realisieren, die ein Vielfaches über denen der technischen Beschäftigungsgeräte liegen.

Nur geringe Leistungsunterschiede zwischen den Fütterungstechniken

Welche Stärken und Schwächen haben die unterschiedlichen Fütterungstechniken in der Ferkelaufzucht? Dazu wurden in zwölf Versuchsdurchgängen mit über 2.100 Ferkeln drei Verfahren unter die Lupe genommen:

  • ein einfacher Trockenfutterautomat mit einem Tier-Fressplatz-Verhältnis von 4:1,
  • ein handelsüblicher Rohrbreiautomat mit einem Tier-Fressplatz-Verhältnis von 8:1,
  • eine Flüssigfütterung (Duplexx).

Vergleicht man das Wachstum der Ferkel, wurden an der Flüssigfütterung etwa 30 g höhere Zunahmen gegenüber den Trockenfutter- oder Rohrbreiautomaten erzielt. Aufgrund der Zucht auf Futteraufnahme ist der absolute Leistungsabstand zwischen den Ferkeln bezüglich der einzelnen Fütterungstechniken aber nur noch gering. Zwischen Trocken- und Breiautomaten lag er hier bei lediglich etwa 10 g täglich. Auch der Abstand zur Flüssigfütterung ist heute geringer als früher.

Der tägliche Futterverbrauch pro Ferkel war mit 830 g bei der Trockenfütterung etwa 70 g geringer als am Breiautomat und über 100 g geringer als bei der Flüssigfütterung. Das wirkt sich entsprechend positiv auf den Futteraufwand je Kilogramm Zuwachs aus.

Mehr Nekrosen und Schwanzverletzungen am Breiautomat

Das trockene Futter wird etwa 40 Prozent häufiger und folglich in geringeren Mengen je Mahlzeit gefressen. Die Tiere müssen zwischendurch immer wieder zur Tränke, um Wasser aufzunehmen. Damit verlängert sich die Futteraufnahmezeit und es verringert sich die Gefahr, dass der sich noch entwickelnde Verdauungsapparat der Jungtiere überfordert wird.

Während die Ferkel an Trockenfutterautomaten länger mit dem Fressen beschäftigt sind, nehmen sie das Futter an Breiautomaten vergleichsweise hastig und in Mengen auf, die ihre Darmgesundheit gefährden. So entwickeln fast die Hälfte aller Ferkel an den modernen Rohrbreiautomaten eine Nekrose und in der Folge eine Schwanzverletzung. Zurzeit wird daran gearbeitet, ein optimales Tier-Fressplatz-Verhältnis für diese weit verbreitete Technik zu gestalten. Es wird enger sein als die gesetzliche Vorgabe von 8:1.

Faserreiches Beschäftigungsfutter fördert das Tierwohl

Dieses größere Risiko an Rohrbreiautomaten lässt sich mithilfe eines faserreichen Beschäftigungsfutters, getrennt von der Hauptfütterung, reduzieren. Es sollte möglichst häufig in geringen Mengen angeboten werden und die Qualität eines Futtermittels haben!

Bisherige Versuchsergebnisse und Praxiserfahrungen zeigen, dass die Ferkel für solche Beschäftigungsfutter zu begeistern sind, die in Form und Konsistenz an Bucheckern und Eicheln (Pellets) oder Waldboden (Wühlerde) erinnern. Im Hinblick auf betriebseigene Konzepte sind der Phantasie aber keine Grenzen gesetzt, wie die Praxis zeigt.

Mit Material von Dr. Eckhard Meyer, Lehr- und Versuchsgut Köllitsch (Sachsen)

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