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Ferkelaufzucht: Technische Amme bringt 170 Gramm pro Tag

von , am
25.03.2015

Untergewichtige Ferkel haben jetzt eine neue Chance. In der Lax-Disco-Box haben zwölf Ferkel Platz und werden dort von einer technischen Amme versorgt. Bis zu 170 Gramm beträgt die Tageszunahme.

Dank des kleinen Trockenfutterautomats sowie der Vakuum-Milchtränke (links) können die Ferkel jederzeit genügend Futter aufnehmen. © Grave/dlz
 Johannes Lax ist 24 Jahre alt und Schweinehalter aus Geldern in Nordrhein-Westfalen. Er hat eine Aufzuchtbox für untergewichtige Ferkel entwickelt. Hinter der sogenannten Lax-Disco-Box verbirgt sich im Grunde eine technische Amme. Dank dieser können 1 bis 1,5 Ferkel pro Wurf mehr aufgezogen werden. Bei der Rentabilität hat die technische Amme im Vergleich zur natürlichen Amme die Nase vorn.

Kleine Box mit viel Komfort

Die Lax-Disco-Box ist ein großer Kunststoffbehälter, der ein Volumen von 1.000 Liter umfasst. Bis zu zwölf Ferkel finden in so einer Box Platz. Um die Tiere beobachten zu können und schnell ein- und auszustallen, wurde eine Art Deckel angebracht. Für behagliche Temperaturen sorgen zwei Wäremlampen, die sich über ein Schaltkasten mit Thermostat und Temperaturfühler steuern lassen. Im Inneren der Box ist ein Spaltenboden mit Kunststoff eingearbeitet. Darunter befindet sich eine Güllewanne. Der Vortiel ist, dass die Box  überall dort aufgestellt werden, wo es einen Wasser und Stromanschluss gibt.

Ständige Breiversorgung sichert hohe Tageszunahmen

Für die Versorgung der Ferkel gibt es einen Trockenfutterautomat für den Prestarter, den die Ferkel von Beginn an bekommen. Neben einer Beckentränke für die Wasserversorgung ist zudem eine Milchtränke, ein Vierkant- Edelstahltrog, montiert. Dieser ragt zur Hälfte aus der Box heraus, sodass Brei oder Milch von außen nachgefüllt werden kann. Zusätzlich können 30 Prozent Trockenmasse gefüttert werden, was sich günstig auf die Tageszunahmen auswirkt. "Die Zunahmen liegen aufgrund des ständig verfügbaren Breifutters bei 170 Gramm pro Tag", freut sich Erfinder Lax.

Einfaches Reinigen

Generell ist das Reinigen der Disco-Boxen einfach zu handhaben. Dafür entleert der Landwirt zunächst die Güllewannen nach jedem Durchgang. Außen am IBC-Behälter ist ein Ablasshahn angebracht. "Diesen öffne ich und lasse die Gülle in den Güllekeller laufen. Anschließend säubere ich die Kisten mit einem Hochdruckreiniger", beschreibt Johannes Lax sein Vorgehen.

Rentabel, da flexibel einzusetzen

Bei der wirtschaftlichen Betrachtung wurde deutlich, dass die Investitionskosten der Lax-Disco-Box. Die Komplettlösung kostet 869 Euro zuzüglich MwSt. und Transportkosten. Auf zehn Jahre bei 15 Durchgängen pro Jahr gerechnet, rentiert sich die technische Amme trotz höherem Arbeitsaufwand und Aufzuchtkosten gegenüber natürlichen Ammen. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass sich die Lax-Disco-Boxen in Neben- und Vorräumen, im Zentralgang oder in der Futterküche aufstellen lassen. Somit werden keine Abferkelplätzebelegt und keine zusätzlichen Kosten erzeugt. Die Gesamtkosten pro Ferkel für die Lax-Disco-Box betragen laut Auswertung 20 Euro (natürliche Amme: 25 Euro). Der Erlös pro zusätzlich aufgezogenem Ferkel wurden mit 35 Euro kalkuliert.
     
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