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Ferkelaufzucht: Weniger Aggression durch Ablenkung

© agrar-press
von , am
19.11.2014

Durch Ablenkung kann das Aggressionsverhalten von Aufzuchtferkeln minimiert werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover.

Durch die Einbindung der Ferkelerzeugerstufe bekommt Tönnies einen unmittelbaren Zugriff auf die Mastbetriebe. © landpixel
Im Rahmen einer Studie der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover wurden Saugferkel mit Muttersau in konventionellen Abferkelbuchten in Einzelhaltung mit Hilfe eines Futterautomaten konditioniert. Der elektronische Futterautomat gab jeweils nach Erklingen eines speziellen Tons Futter aus, berichtet Renate Kessen vom aid-Infodienst für Landwirtschaft, Ernährung und Lebensmittel und beruft sich dabei auf die Zeitschrift "Der praktische Tierarzt". Die Ergebnisse der Studie seien bisher Erfolg versprechend. Das Aggressionsverhalten von Aufzuchtferkeln konnte minimiert werden.

Ablenkung beendet aggressives Verhalten

Laut Kessen waren an dem Versuch 95 Ferkel aus zehn Würfen beteiligt. Die Ferkel wurden ab ihrem 25. Lebenstag bis einen Tag vor dem Absetzen jeweils eine Stunde täglich auf diesen Ton trainiert. Das Verhalten der am 35. Tag abgesetzten Ferkel in neu zusammengesetzten Gruppen zu jeweils zwölf Tieren konnte dadurch positiv beeinflusst werden. 84 Prozent aller zwischen zwei zuvor trainierten Ferkeln ausgelösten Aggressionen wurden unterbrochen, sobald der Futterautomat inklusive Ton aktiviert wurde. Das Ablenkungsmanöver beendete die aggressiven Verhaltensweisen zwischen den Ferkeln vorzeitig.

Frühes Training kann später Aggressionen verringern

Diese im Saugferkelalter erlernte Verhaltensreaktion könnte genutzt werden, um zu späteren Zeitpunkten Aggressionen zwischen den Gruppenmitgliedern zu minimieren und Stress für die Tiere zu verringern. Ob eine solche Methode unter Praxisbedingungen funktionieren kann, muss weiter untersucht werden, berichtet Kessen weiter. 

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