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Mit dem Hoftierarzt unterwegs

Ferkeldurchfall: So weisen Sie Colikeime in die Schranken

Sau mit neugeborenen Ferkeln
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Uwe Bräunig, agrarheute
am
07.02.2018

In unserem aktuellen Praxisfall des Monats geht es um einen bayerischen Schweinezucht- und Mastbetrieb, der über längere Zeit mit Ferkeldurchfällen zu kämpfen hatte. Besserung brachte erst ein ausgeklügeltes Impfkonzept.

Der Fall: Durchfälle bei Saug- und Absetzferkeln

Für den betroffenen Betrieb mit 130 Zuchtsauen und angeschlossener Mast war die eigentlich schöne Zeit des Abferkelns lange Zeit mit großem Stress und viel Tierleid verbunden. Denn über mehrere Jahre traten immer wieder schwere Durchfälle bei den frisch geborenen und später auch bei den Absetzferkeln auf. In den schlimmsten Phasen waren bis 90 Prozent der Würfe betroffen und die Verluste teilweise erheblich. Zwischenzeitlich beruhigte sich das Geschehen wieder, aber es kam immer mit Macht zurück.

Die Diagnose: Schwer therapierbare Colikeime

Diagnostisch konnte schnell abgeklärt werden, dass es sich um den Erreger Escherichia coli handelt, der bei den neugeborenen Ferkeln so schwere Durchfälle verursachen kann. Gemeinsam mit der bestandsbetreuenden Tierärztin vom bayerischen Schweinegesundheitsdienst wurde versucht, mit allen verfügbaren Impfstoffen gegen den Erreger vorzugehen. Sogar stallspezifische Vakzinen wurden eingesetzt und auch das Management hinsichtlich Geburtshygiene, Reinigung und Desinfektion optimiert. Doch nichts half auf lange Zeit.

Die Lösung: Neues Impfkonzept statt Antibiotika

So konnten die Ferkel zunächst nur antibiotisch mit Colistin und mit Elektrolyten behandelt werden, um größere Verluste zu verhindern. Für Schweinehalter und Tierärztin konnte dies aber keine Dauerlösung sein, da Colistin inzwischen in der Humanmedizin als Reserveantibiotikum gilt und deshalb in der Tiermedizin so restriktiv wie möglich eingesetzt werden sollte.

Die Lösung brachte letztlich ein neues Impfkonzept, das den Einsatz eines modernen Muttertierimpfstoffs und einer neuen Ferkelvakzine beinhaltet. Neben den Ferkeldurchfällen konnte damit auch der Antibiotikaeinsatz im Stall deutlich reduziert werden. Wie das konkret gelungen ist und welche Rolle hierbei verschiedene Colistämme spielen, lesen Sie ausführlich im Praxisfall des Monats „Kampf gegen E. coli gewonnen“ in der Februar-Ausgabe von agrarheute Schwein, ab Seite 38.

Mit Material von Dr. Heike Engels

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