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Web-Dossier und Expertenrunde

Ferkelkastration: Alle Infos auf den Punkt gebracht

Ferkel werden von Sau gesäugt
am
18.02.2019

Der Ausstieg aus der betäubungslosen Ferkelkastration bleibt ein Streitthema – auch in der agrarheute-Talkrunde. Wir informieren in unserem Web-Dossier über die Hintergründe und bieten Ihnen die Möglichkeit mitzudiskutieren.

Die Zeit drängt: Der Ausstieg aus der betäubungslosen Ferkelkastration bewegt viele Gemüter auch in der agrarheute-Talkrunde am vergangenen Freitag (15.02.19). Dabei diskutierten Prof. Dr. Thomas Blaha, Prof. Dr. Dr. Michael Kühne, Dr. Heinz Schweer, Dr. Bianca Lind und der Schweinehalter Gerhard Langreiter über die Kastration der Ferkel.

Die Aufzeichnung der agrarheute-Talkrunde zur Ferkelkastration finden Sie hier. Weitere Informationen und Meinungen zum Thema haben die dlv-Fachredakteure von agrarheute zusammen mit dem Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatt und der LAND & Forst in einem Online-Dossier zusammengestellt. 

Ferkelkastration: Uneinigkeit unter den Experten

„Wir müssen die Fakten akzeptieren: Die lokale Anästhesie ist für die Kastration noch nicht zugelassen“, sagt Prof. Dr. Dr. Michael Kühne in der Expertenrunde. Zudem sei vom Gesetzgeber eine völlige Schmerzausschaltung gefordert, die beim sogenannten 4. Weg noch nicht belegt werden konnten. Hier müsse weiter geforscht werden, erklärt er.

Prof. Dr. Thomas Blaha betont: „Der 4. Weg ist nicht zugelassen. Allerdings haben wir drei Alternativen, die zugelassen sind und weniger belastend für das Tier.“ In erster Linie müsse man sich die Frage stellen, wie es dem Tier geht. Die nächsten zwei Jahre müssten dafür genutzt werden, die drei ALternativen in der Breite einzuführen und in der Praxis umzusetzen, sagt er. Er sieht dabei die Immunokastration als die tierschonendste Methode an. Zudem müsse bei der Inhalationsnarkose der Anwenderschutz beachtet werden

„Bei der ganzen Diskussion dürfen wir nicht die einzelnen zugelassenen Methoden gegenseitig schlecht machen“, mahnt Dr. Bianca Lind. Es gäbe derzeit noch keinen Goldstandard für die Ferkelkastration. Vielmehr müssten sich die Betriebe die für sie passende Methode auswählen. 

Dr. Heinz Schweer sieht bei den verschiedenen Methoden keine Probleme, wenn die Kunden am Markt das Fleisch gleich bewerten würden. „Doch es fällt immer wieder auf, dass das Endprodukt Fleisch aufgrund der verschiedenen Kastrationsmethoden unterschiedlich am Markt bewertet wird. Solange dies der Fall ist, werden wir die vom Markt bevorzugte Variante verstärkt unterstützen. Trotzdem werden wir grundsätzlich alle Kastrationsmethoden akzeptieren.“

Ferkelkastration: Diskutieren Sie mit!

„Ab kommendem Herbst setze ich gemeinsam mit unserem Hoftierarzt die lokale Betäubung mit Procain für die Kastration um“, sagt Schweinehalter Gerhard Langreiter in der Expertenrunde. Er sieht in der lokalen Anästhesie die schonendste Methode für die Jungtiere. 

Was ist Ihre Meinung zum Thema Ferkelkastration? Wie werden Sie mit Ihren männlichen Ferkeln in knapp zwei Jahren umgehen: Ebermast, Immunokastration, Inhalationsnarkose oder doch das Kastrieren unter lokaler Betäubung? 

Informieren Sie sich in unserem Online-Dossier zum Thema und diskutieren Sie in unserer Facebook-Gruppe Ferkelkastration in Deutschland“ mit.

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