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Bayern

Ferkelkastration: Bayern fordert Fristverlängerung

Ferkel werden von Sau gesäugt
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Martina Hungerkamp, agrarheute
am
07.08.2018

Das Kabinett in Bayern will eine Bundesratsinitiative starten, um eine Fristverlängerung bei der Ferkelkastration zu erreichen.

Das Bayerische Kabinett hat beschlossen, eine Bundesratsinitiative zu starten, um die Frist für den Ausstieg aus der betäubungslosen Kastration von Ferkeln zu verlängern. Einige Länder wie Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen wollen sich dieser Initiative anschließen.

Laut Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber gäbe es gerade für kleinere Betriebe nach wie vor kein passendes Betäubungsverfahren. Das würde vor allem im süddeutschen Raum für Strukturbrüche sorgen.

Vierter Weg für Bayern alternativlos

Die bislang diskutierten Alternativen Impfung und Eingriff unter Vollnarkose seien ebenso wie die Ebermast nur für wenige Betriebe geeignet.

Forschungsvorhaben für weitere alternative Methoden wie etwa die örtliche Betäubung mit einem Lokalanästhetikum sind zwar auf den Weg gebracht, Ergebnisse und praxisgerechte Lösungen aber noch nicht absehbar.

Diese sollen mit der Fristverlängerung bis zum 31. Dezember 2023 abgewartet werden.

Deutscher Tierschutzbund strikt gegen Fristverlängerung

Der Deutsche Tierschutzbund hat sich klar gegen eine Fristverlängerung ausgesprochen. In einer Pressemitteilung zeigt er sich schockiert über den Vorstoß und appelliert an die politisch Verantwortlichen, dem Antrag im Bundesrat nicht stattzugeben.

Die schweinehaltende und -vermarktende Branche habe fünf Jahre Zeit gehabt, sich auf das Verbot einzustellen. Der Tierschutzbund findet es absurd, dass diese Zeit zu knapp gewesen sein soll.

Mit Material von Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, Deutscher Tierschutzbund

In Bildern: 10 Tipps zur Minimierung der Ferkelverluste

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