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Ferkelkastration: BBV verteidigt den 4. Weg

Ferkel in einem Kastriergerät
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Anke Fritz, agrarheute
am
29.06.2018

Die Bundestierärztekammer spricht sich entschieden gegen den 4. Weg aus und greift den Bayerischen Bauernverband als Befürworter an. Der BBV hält dagegen.

Beim sogenannten vierten Weg soll dem Tierhalter die Verabreichung eines Betäubungsmittels zur örtlichen Schmerzausschaltung erlaubt werden. In einer Pressemitteilung warnt die Bundetierärztekammer (BTK) erneut vor dieser Alternative. „Jede Anästhesie – das gilt auch für die lokale Betäubung – ist eine anspruchsvolle und risikobehaftete tierärztliche Tätigkeit", erklärt der Präsident der BTK, Dr. Uwe Tiedemann. Laut BTK erfülle dieses Verfahren nicht die Vorgaben des Tierschutzgesetzes.

Der Bayerische Bauernverband und auch Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner sprechen sich weiter für den vierten Weg als praktikable Lösung aus.

BBV: Lokalanästhesie ist gesetzeskonform

Auf Anfrage von agrarheute erklärt BBV-Präsident Walter Heidl: "Bei der Weiterentwicklung der Tierhaltung bemüht sich der Bayerische Bauernverband um Lösungen. Bei der Kastration geht es hier um eine Lösung, die tierschutzgerecht und zugleich praxistauglich ist, insbesondere für unsere bäuerlichen Familienbetriebe.

Diese Anforderungen erfüllt der sog. vierte Weg bei der Ferkelkastration. Ein Rechtsgutachten, viele Expertenmeinungen - und nicht zuletzt die Erfahrungen in anderen europäischen Ländern zeigen: die Lokalanästhesie ist ein geeigneter, gesetzeskonformer und gangbarer Weg, um die Ferkelkastration tierschutz- und praxisgerecht durchzuführen.

Dass die Bundestierärztekammer nun ihre ablehnende Haltung zum vierten Weg wiederholt, macht die vorgebrachten Argumente nicht richtiger oder nachvollziehbarer. Widersprüchlich ist es insbesondere deshalb, weil die BTK genau jene Medikamente als ungeeignet bezeichnet, die Veterinäre selbst Tag für Tag bei ihrer Arbeit einsetzen."

 

Mit Material von BTK, BBV
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