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Tierwohl

Ferkelkastration: Dänemark gibt grünes Licht für den vierten Weg

Ferkel in einem Kastriergerät
© landpixel/Mühlhausen
Uwe Bräunig, agrarheute ,
am
23.01.2018

Seit 1. Januar 2018 dürfen dänische Schweinehalter die Ferkelkastration unter örtlicher Betäubung selbst durchführen. Für die ISN ist das ein klares Signal, dass der vierte Weg auch in Deutschland kommen muss.

Wie der dänische Fachverband der Land- und Ernährungswirtschaft mitteilt, dürfen  seit Jahresanfang Landwirte und ihre Mitarbeiter nach dänischem Gesetz die Lokalanästhesie im Vorfeld der Kastration selber vornehmen. In den kommenden Monaten sollen die Schweinehalter in Lehrgängen das entsprechende Rüstzeug erhalten, so dass ab 2019 alle männlichen Ferkel ordnungsgemäß betäubt und kastriert werden können.

Klares Signal für Deutschland

Für die ISN-Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands e.V. sollten spätestens jetzt alle Zweifel ausgeräumt sein, dass die Dänen die Lokalanästhesie bei der Kastration tatsächlich umsetzen werden. Nun sollte klar sein, dass der vierte Weg in Deutschland ebenso kommen muss, wenn man die Ferkelerzeugung hierzulande nicht gänzlich gegen die Wand fahren und wenn man den Import von Ferkeln nach Deutschland nicht massiv befördern will. 

Dänen investieren mehr Geld in Tierwohlforschung

Neben der schonenderen Ferkelkastration wollen die dänischen Schweinehalter auch in anderen Bereichen beim Tierschutz neue Maßstäbe setzen. Laut Fachverband der Land- und Ernährungswirtschaft zählt dazu der weitere Ausbau der Freilandhaltung von Sauen. Dazu soll 2018 vor allem die Forschung zur Freilandhaltung in Abferkelställen intensiviert werden. Bereits jetzt seien die Dänen Weltmarktführer in diesem Bereich. Insgesamt wolle man in diesem Jahr 230 Mio. Dänische Kronen (umgerechnet etwa 31 Mio. Euro) in Forschungsvorhaben investieren.

Mit Material von Dänischer Fachverband der Land- und Ernährungswirtschaft, ISN

Im Abferkelstall: So fühlen sich Sau und Ferkel wohl

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