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Ferkelkastration

Ferkelkastration: Dänen setzen auf lokale Betäubung

Ferkelbetäubung
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Uwe Bräunig, agrarheute
am
15.09.2017

In der Diskussion über Alternativen zur betäubungslosen Ferkelkastration plädiert der dänische Landwirtschaftsminister für eine örtliche Betäubung durch den Landwirt.

Wie die ISN in Bezug auf eine Pressemitteilung des dänischen Landwirtschaftsministeriums mitteilt, soll auch in Dänemark mehr Tierschutz in punkto Ferkelkastration erreicht werden. So habe Minister Esben Lunde Larsen vorgeschlagen, dass Schweinehalter künftig selbst eine lokale Betäubung durchführen dürfen. Voraussetzung für die Landwirte sei es dann, an einer Schulung teilzunehmen, um eine lokale Betäubung durchführen zu können.

Tierärzte lehnen Lokalanästhesie durch Landwirte ab

Wie in Deutschland, wo die Kastration der Ferkel unter örtlicher Betäubung als sogenannter vierter Weg diskutiert wird, stoße der Vorschlag des dänischen Ministers auch bei den dänischen Tierärzten auf Widerstand. Ähnlich wie die Veterinäre hierzulande zweifeln die dänischen Tierärzte diese Methode an. Für sie sei dies ein falscher Weg. Außerdem sollten nur Experten eine Anästhesie durchführen dürfen. Der dänische Veterinärvereinigung zufolge würde diese Methode den Schweinen noch mehr Schmerzen beziehungsweise Stress verursachen als die betäubungslose Kastration.

ISN: Starkes Signal in Richtung Deutschland

Für die ISN ist der Vorschlag aus Dänemark ein starkes Signal in Richtung Deutschland. Den  Schweinehaltern zu ermöglichen, die lokale Betäubung nach der Teilnahme an einer Schulung selbst durchzuführen, sei ein Schritt in die richtige Richtung und zeige auch eine wichtige Alternative für Deutschland auf. Gebe es hier doch großen Handlungsdruck, weil die betäubungslose Kastration – anders als in Dänemark –  ab 2019 gesetzlich verboten ist. Deshalb bräuchten die deutschen Ferkelerzeuger alle möglichen Alternativen zum Verzicht auf die betäubungslose Ferkelkastration. Die bestehenden Lösungen reiche laut ISN dafür nicht aus.

So würden beispielsweise Eber längst finanziell am Schlachthof abgestraft, weil das Ende der Fahnenstange erreicht zu sein scheint. Landwirte, Tierärzte und Politik müssten jetzt bei der Weiterentwicklung und Zulassung der weiteren Alternativen an einem Strang ziehen. Die lokale Anästhesie durch den Landwirt sei dabei mehr als ein Strohhalm, den man nun ergreifen müsse, damit die deutsche Ferkelerzeugung ab 2019 am europäischen Markt nicht völlig untergeht.

Mit Material von ISN

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