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Tierwohl

Ferkelkastration: "Es ist drei vor 12"

BBV Pressegespräch
am Montag, 17.09.2018 - 16:24 (Jetzt kommentieren)

Der Bayerische Bauernpräsident, Walter Heidl, sieht den Tierschutz und die regionale Fleischerzeugung in Gefahr. Er plädiert für eine lokale Betäubung bei der Kastration von Ferkeln. Der Deutsche Fleischerverband und Humanmediziner Prof. Dr. Helmut Friess unterstützen ihn.

Am 21. September 2018 entscheidet der Bundesrat über eine Fristverlängerung für eine betäubungslose Ferkelkastration. „Es ist drei vor 12 sowohl für den Tierschutz als auch für die regionale Schweinefleischerzeugung“, sagte Heidl. Eine Ablehnung würde das Aus für viele bayerischen Sauenhalter bedeuten.

Ferkel würden dann insbesondere aus Dänemark quer durch Deutschland rund 1000 km nach Bayern transportiert, um hier gemästet zu werden“, erklärte der Bayerische Bauernpräsident Walter Heidl gestern in einem Pressegespräch. Dabei würden die Ferkel in Dänemark unter lokaler Betäubung kastriert. Das sei genau der Weg, den er sich wünsche. „Die Lokalanästhesie bedeutet praktikablen Tierschutz“, so Heidl.

Ferkelkastration: Ähnlich wie beim Zahnarzt

Auch der Geschäftsführer und tierärztliche Leiter des Tiergesundheitsdienstes Bayern, Dr. Andreas Randt, bewertet die lokale Betäubung als besten Weg für eine tierschutzgerechte Kastration. „Ähnlich wie mit der Spritze beim Zahnarzt wird gezielt nur ein Bereich betäubt, in dem auch der Eingriff stattfindet“, sagte Randt. „Die Ferkel bleiben bei Bewusstsein und können damit sofort nach dem Eingriff wieder bei der Muttersau trinken.“ Und das sei bei einem maximal sieben Tage alten Ferkel überlebenswichtig.

Ebenso bestätigt der Direktor der Klinik für Chirurgie am Klinikum Rechts der Isar in München, Prof. Dr. Helmut Friess, die lokale Betäubung als Mittel der Wahl: „Die Lokalanästhesie ist einfach, effizient, sicher und nahezu nebenwirkungsfrei.“ Aus der Humanmedizin ließen sich ganz klare und eindeutige Argumente für einen Einsatz der Lokalanästhesie bei der Ferkelkastration ableiten.

Deutscher Fleischerverband unterstützt 4. Weg

Auch der Deutsche Fleischerverband unterstützt die vom BBV geforderte lokale Betäubung. „Der 4. Weg ist der einzige, um Tierschutz bei gleichbleibender Produktqualität zu gewährleisten und den Verbraucherwünschen gerecht zu werden“, sagte der Vizepräsident des Deutschen Fleischerverbandes, Konrad Ammon. „Ohne Schweinefleisch könnten wir viele unsere Produkte nicht mehr herstellen und müssten auf Ersatzprodukte zurückgreifen.“

Eberfleisch sei dabei keine Alternative für ihn. „Wer einmal einen Stinker auf dem Tisch hatte, wird so schnell nicht mehr zum Schweinefleisch greifen“, so Ammon. Auch der Zukauf aus dem Ausland sei keine Möglichkeit. „Die regionale Anbindung, der Einkauf vor Ort und die Frische sind die Alleinstellungsmerkmale unsere Betriebe“, erklärte der Landesinnungsmeister des Fleischerverbandes Bayern. „Und zu einem starken regionalen Metzgerhandwerk gehören auch Tiere aus der Region."

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