Login

Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Betäubung

Ferkelkastration: Grünes Licht für Narkose mit Isofluran

Ferkel wird in Narkose gelegt.
am Dienstag, 14.01.2020 - 09:19 (Jetzt kommentieren)

Der Tierarztvorbehalt für die Betäubung mit Isofluran bei der Ferkelkastration ist endgültig aufgehoben.

Landwirte mit entsprechender Sachkunde dürfen Ferkel zum Zweck der Kastration selbst mit Isofluran betäuben. Denn der Tierarztvorbehalt für die Betäubung bei der Ferkelkastration ist endgültig aufgehoben.

Das Bundeskabinett hat in der vergangenen Woche die Ferkelbetäubungssachkundeverordnung mit den vom Bundesrat verlangten Änderungen beschlossen. Die Verordnung, die den Weg für die Kastration unter Isoflurannarkose frei machen soll, tritt nach der Bekanntmachung im Bundesanzeiger in Kürze in Kraft.

Bundesrat billigt Ferkelbetäubungssachkundeverordnung mit knapper Mehrheit

Lange war nicht klar, ob die Länderkammer zustimmt. Letztlich hatte der Bundesrat die Verordnung im September 2019 nach Maßgabe von mehr als 20 Änderungen mit knapper Mehrheit gebilligt. Die Bundesregierung trug sämtlichen Forderungen Rechnung. Für einen Teil der Anpassungen wurde eine Nachnotifizierung durch die Europäische Union erforderlich, sodass es zu Verzögerungen gekommen ist.

Laut der Verordnung müssen Landwirte, die ihre Ferkel unter Isoflurannarkose kastrieren wollen, einen Sachkundenachweis erbringen. Dazu muss ein Lehrgang über die erforderlichen theoretischen und praktischen Kenntnisse erfolgreich absolviert werden. Der Lehrgang muss mindestens zwölf Stunden umfassen und Kenntnisse in einer Reihe von vorgeschriebenen Bereichen vermitteln. Die Teilnehmer müssen eine schriftliche und mündliche Prüfung ablegen, bevor sie ihr Wissen in einer Praxisphase anwenden, an deren Ende ebenfalls eine Prüfung steht.

Der Verordnung zufolge dürfen bereits vorhandene Narkosegeräte weiterverwendet werden. Deren Einsatz muss jedoch im Einzelnen dokumentiert werden. Für die Unterstützung der Anschaffung von Narkosegeräten stehen im diesjährigen Haushalt des Bundeslandwirtschaftsministeriums bis zu 28 Mio. Euro zur Verfügung.

Mit Material von AgE

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...