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Ferkelkastration: Koalition einigt sich auf Gesetzentwurf

Ferkel in einem Kastriergerät
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Anke Fritz, agrarheute
am
04.11.2018

Die große Koalition hat sich auf einen Gesetzentwurf geeinigt. Die Übergangsfrist für das Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration soll um zwei Jahre verlängert werden.

Wie die Unionsfraktion mitteilte, gab es am Freitag eine Verständigung auf einen Gesetzentwurf, mit dem die Übergangsfrist bis zum vollständigen Verbot um zwei Jahre verlängert wird. Unionsfraktionsvize Gitta Connemann erklärte am Samstag: «Ohne ein Handeln des Gesetzgebers würden gerade die kleinen Höfe ab dem kommenden Jahr vor einem unlösbaren Problem stehen.»

Die angestrebte zweijährige Verlängerung für das Verbot der betäubungslosen Kastration soll laut Agra-Europe in der kommenden Woche in den Bundestag eingebracht werden. Am Mittwoch soll ein entsprechender Entwurf zur Änderung des Tierschutzgesetzes vom Bundeskabinett beschlossen werden.

 

Ziel der Verlängerung der Übergangsfrist sei es, die Voraussetzung für die Anwendung der bestehenden schmerzfreien Methoden zur Ferkelkastration durch die Sauenhalter zu schaffen und dadurch eine Strukturveränderung in der Schweinehaltung und das Einbrechen der Ferkelproduktion in Deutschland zu vermeiden, heißt es in der Begründung. Eine letztmalige Verlängerung der Übergangsfrist bis längstens 31. Dezember 2020 sei unumgänglich.

Die Bundesregierung wird zur Durchführung von Aufklärungskampagnen aufgefordert, um eine größere Akzeptanz der alternativen Verfahren zur betäubungslosen Ferkelkastration bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern herzustellen. Die arzneimittelrechtliche Zulassung von Tierarzneimitteln für die Betäubung sei prioritär zu bearbeiten.

Isofluran müsse für die Inhalations-Narkose unverzüglich flächendeckend zur Verfügung stehen. Zudem soll die Regierung darauf hinwirken, dass bis zum 30. Juni 2019 die Anschaffung von Narkosegeräten für die Ferkelerzeuger möglich ist.

Bis Mitte nächsten Jahres sollen in Abstimmung mit den Tierärzten Schulungsprogramme für die Landwirte zur Durchführung der verschiedenen alternativen Verfahren und Methoden zur betäubungslosen Ferkelkastration erstellt und ab 1. September 2019 angeboten werden können. Zudem soll die Regierung dem Ernährungsausschuss über die Fortschritte zur Einführung alternativer Verfahren und Methoden zur betäubungslosen Ferkelkastration berichten.

Mit Material von AgE
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