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4. Weg

Ferkelkastration: Lokalanästhesie in Dänemark

Ferkel werden von Sau gesäugt
am Donnerstag, 27.12.2018 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

In Dänemark werden Ferkel ab dem 1. Januar 2019 unter lokaler Betäubung kastriert. Das müssen dänische Schweinehalter beachten.

Ab dem 1. Januar 2019 werden Ferkel in Dänemark unter der Verwendung von Lokalanästhetika kastriert. Dabei wird das Mittel Procain angewendet. Um die Kastration richtig umzusetzen, haben die Mehrheit der dänischen Schweinehalter einen Kurs absolviert, erklärt Lotte Skade vom Dänischen Schweineforschungszentrum SEGES. Pro schweinehaltendem Betrieb wurde empfohlen, dass mindestens zwei Personen über einen entsprechenden Sachkundenachweis verfügen.

Zwei Injektionen zur Betäubung

Procin habe laut der Wissenschaftlerin eine ähnliche Wirkung wie die Betäubung beim Zahnarzt. Für eine optimale Betäubung muss die Nadel zweimal - einmal in jedem Hoden - bis zum Samenstrang eingeführt werden. Der Trick bestehe darin, den Injektor langsam zu entleeren und gleichzeitig die Nadel zurückzuziehen. So stelle man sicher, dass das Procain sauber über die gesamte Fläche verteilt wird. Etwa 5 Minuten nach der Injektion sei das Gebiet unempfindlich und die faktische Kastration könne beginnen. Die gesamte Operation müsse innerhalb von 30 Minuten nach der Injektion erfolgen.

Für die dänischen Schweineproduzenten bedeutet das, sich 2019 an diese Praxis zu gewöhnen. Dabei müsse laut Lotte Skade eine Arbeitsmethode gefunden werden, die nicht zu viel Zeit in Anspruch nimmt. Im Schweineforschungszentrum kostet die zusätzliche Behandlung mit dem Lokalanästhetikum etwa 0,70 € pro männlichem Ferkel. Diese Menge wird sinken, sobald die Methode flächendeckend in der Praxis umgesetzt wird.

Für dänische Ferkelerzeuger führt kein Weg an der Lokalanästhesie vorbei. Ihnen ist es verboten, Schweine zu verkaufen, die ohne eine Betäubung kastriert wurden. Zudem müssen sie dokumentieren, wie oft sie und wie viele Ferkel sie kastrieren.

Mit Material von www.pigprogress.net

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