Login

Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Produktmeldung

Ferkelkastration: Lokale Betäubung mittels Spray?

Ferkel werden von Sau gesäugt
am Freitag, 14.09.2018 - 17:30 (Jetzt kommentieren)

Das Unternehmen Medical Ethics hat ein Spray entwickelt, das eine lokale Anästhesie für chirurgische Eingriffe an Nutztieren, wie der Kastration, ermöglicht.

Ein Spray, das eine lokale Anästhesie für chirurgische Eingriffe bei Nutztieren ganz ohne einen Nadelstich ermöglicht – das ist weltweit einmalig und könnte einen Fortschritt in der Diskussion um den sogenannten 4. Weg bringen.

Die Firma Medical Ethics Pty Ltd und ihre Tochter Animal Ethics Pty Ltd haben ein solches Lokalanästhetikum für das Schmerzmanagement bei chirurgischen Eingriffen an Nutztieren entwickelt. Es enthält unter anderem die Wirkstoffe Bupivicain und Lidocain.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Fassung hieß es, das Präparat Tri-Solfen habe in Australien und Neuseeland eine Marktzulassung für die Kastration und das Kupieren des Schwanzes bei Ferkeln. Dem ist nicht so, viel mehr verschreiben es Schweinefachtierärzte in diesen Ländern gezielt für den Einsatz bei Kastrationen und beim Kupieren der Schwänze bei Ferkeln.

Für das Veröden der Hornanlagen und das Kastrieren bei Kälbern sowie für das Kastrieren und Kupieren des Schwanzes bei Schafen hat Tri-Solfen in Australien und Neuseeland jedoch eine Marktzulassung.

Spray zur lokalen Betäubung – Wirkung wissenschaftlich bestätigt

Weltweit führende Forschungsinstitute der Universität Sydney und die Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation (CSIRO) haben über 20 Publikationen in Fachzeitschriften veröffentlicht, die die Sicherheit und Wirksamkeit von Tri-Solfen bei einer Reihe von Nutztierarten aufzeigen. Alle Ergebnisse wurden dabei von einem zweiten Gutachter mittels des Peer-Review-Verfahrens bestätigt.

Eine kürzlich in der Tierärztlichen Umschau publizierte Studie unterstreicht die Wirksamkeit während der Kastration von Ferkeln. Das Präparat hat eine dreifache Wirkung, die den Schmerz während und nach der Kastration reduziert. Zudem vermindert es die Blutung und reduziert die Infektionsgefahr dank eines hochwirksamen antimikrobiellen Wirkstoffs.

Zulassung für den deutschen Markt angestrebt

Medical Ethics Pty Ltd hat das Verfahren zur Zulassung für den deutschen Markt eingeleitet. Das Unternehmen ist entschlossen, eine sichere, kosteneffiziente und praktikable Lösung für das Schmerzmanagement bei der Ferkelkastration zur Verfügung zu stellen.

Die Inhaltsstoffe von Tri-Solfen, Bupivicain und Lidocain, wurden bereits im Juni beziehungsweise im September 2018 bei der Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) eingereicht. Beide Arzneimittel haben die erste Prüfung passiert. Das Unternehmen will die entsprechenden Unterlagen für die Zulassung in Deutschland beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) bis spätestens März 2019 vorlegen. Wenn das BVL die Unterlagen gutheißt, wird eine Registrierung des Präparats in der zweiten Hälfte 2019 oder Anfang 2020 erwartet.

Mit Material von Medical Ethics Pty Ltd

In Bildern: 10 Tipps zur Minimierung der Ferkelverluste

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...