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Tierwohl

Ferkelkastration: Schmidt will lokale Betäubung durchsetzen

Dieser Artikel ist zuerst in der DLZ erschienen.

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© shutterstock/Budimir Jevtic
von , am
18.05.2017

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt stellt sich hinter die Branche und will sich jetzt für die Möglichkeit der Lokalanästhesie beim Ausstieg aus der betäubungslosen Ferkelkastration einsetzen.

Auf einer Veranstaltung des neuen Bundesverbandes Rind und Schwein in Berlin sprach sich der Bundesagrarminister Christian Schmidt für die Lokalanästhesie als weitere Alternative neben dem Eingriff unter Narkose, der Immunokastration und der Jungebermast aus. Schmidt stellte sich damit hinter die Anfang April von Erzeugern, Schlachtunternehmen und Organisationen der Schweinebranche in der „Herriedener Erklärung“ erhobene Forderung nach einem „4. Weg“.

Kostengünstige Alternative für kleine Betriebe

Der CSU-Politiker begründete seine Position mit den Belangen der kleinen und mittleren Betriebe, meldet Nachrichtendienst Agra-Europe. Ohne eine für sie kostengünstige Alternative drohten diese Betriebe mit dem Ausstieg aus der betäubungslosen Kastration zum 1. Januar 2019 auf der Strecke zu bleiben. „Wir werden die Lokalanästhesie mit aller Kraft umsetzen“, versicherte der Minister. Bislang offene Fragen müssten allerdings noch geklärt werden.

Bestandsschutz für Kastenstände nötig

Ein behutsames Vorgehen mahnte Schmidt bei der Umsetzung des Magdeburger Kastenstandurteils an. Insbesondere bedürfe es eines hinreichenden Bestandsschutzes. Andernfalls drohe ein Strukturbruch. Der Minister forderte die Länder auf, eine gemeinsame Lösung zu entwickeln und Alleingänge zu vermeiden.

Tierwohllabel: Schmidt rechtfertigt sich

Schmidt verteidigte sein Vorgehen bei der geplanten Einführung eines staatlichen Tierwohllabels. Auch hier gehe „Sorgfalt vor Schnelligkeit“, um die Betriebe mitzunehmen. Bei der Umsetzung des Labels tendiert der Minister zu einer Fondslösung nach dem Vorbild der Brancheninitiative Tierwohl. Man werde sicherstellen, dass die Erzeuger nicht auf ihren Kosten sitzen blieben. Dazu müssten der Lebensmitteleinzelhandel und die Verarbeitungsunternehmen einbezogen werden.

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