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Positionspapier

Ferkelkastration: Wissenschaft und Wirtschaft fordern lokale Betäubung

Kastration eines Ferkels
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Martina Hungerkamp, agrarheute
am
20.04.2018

Für Wirtschaft und Wissenschaft stellt die Lokalanästhesie bei der Ferkelkastration eine wirksame, lokale Schmerzausschaltung dar.

In einem Positionspapier fordern Wissenschaft und Wirtschaft, die die Lokalanästhesie mit begleitender Schmerzmittelgabe als praxistauglich für die Ferkelkastration anzuerkennen und damit den sogenannten 4. Weg voranzutreiben.

Daneben gibt es drei weitere Verfahren, die ab dem 01.01.2019 zulässig wären:

  • Jungebermast,
  • Jungebermast mit vorübergehender Hodenfunktionshemmung mittels Impfung,
  • Ferkelkastration unter Vollnarkose mit begleitender Schmerzmittelgabe

Bei allen drei Alternativen sehen die Unterzeichner allerdings ungünstige Rahmenbedingungen, wie die Absatzhemmnis auf dem nationalen und internationalen Markt, die Verbraucherakzeptanz und unerwünschten Ebergeruch.

Vierten Weg vorantreiben

Im Gegensatz dazu gewährleiste nach derzeitigem Kenntnisstand die Lokalanästhesie eine wirksame Schmerzausschaltung im Operationsgebiet. Dies legen Studien aus Tier- und Humanmedizin nahe.

Deshalb seien folgende, konkrete Maßnahmen notwendig, um den so genannten 4. Weg als Alternative voranzutreiben:

  • Der Einsatz von alternativen Präparaten (zum Beispiel Lidocain) für die Lokalanästhesie muss ermöglicht werden. Im Vergleich zu Procain erwartet man mit diesen Wirkstoffen eine bessere Betäubung und Verträglichkeit.
  • Damit Schweinehalter ihre Ferkel nach Möglichkeit selbst angemessen behandeln können, ist eine Indikationserweiterung zur Anwendung von Procain notwendig.
  • Ziel muss es sein, für das Verfahren der Lokalanästhesie mit begleitender Schmerzmittelgabe beim Ferkel eine für die Praxis umsetzbare Lösung bis Ende 2018 zu realisieren. Dieses muss eine bestmögliche, wirksame Schmerzausschaltung bei der Ferkelkastration ab dem 1. Januar 2019 gewährleisten.

Sollte dies aus unterschiedlichen Gründen nicht gelingen, betonen die Verfasser, müssen rechtzeitig Schritte für Übergangslösungen eingeleitet werden.

19 wissenschaftliche Einrichtungen, Beratungsorganisationen sowie Unternehmen und Organisationen aus der Tiermedizin und Landwirtschaft unterzeichneten die Stellungnahme.

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