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Ferkelstall neben Schule: Schulleiterin entschuldigt sich

© agrar-press
von , am
30.03.2015

Mettingen - Die Schulleiterin, die in einem Elternbrief vor multiresistenten Keimen durch den Neubau eines Ferkelstalls neben ihrer Schule warnte, hat sich entschuldigt - nach Aufforderung durch ihre Vorgesetzten.

© Mühlhausen/landpixel
Im nordrheinwestfälischen Mettingen ist in der Nähe einer Schule ein Stall für 4.000 Ferkel geplant. Die Leiterin der Schule ist davon wenig begeistert und hat einen Brief an die Eltern ihrer Schüler geschrieben, in dem sie vor den Gefahren von multiresistenten Keimen (MRSA) warnt und auf die Einspruchsmöglichkeiten gegen den Neubau hinweist. Zahlreiche Landwirte liefen in den sozialen Netzwerken dagegen Sturm und beschwerten sich bei den Schulbehörden. Mit Erfolg: Die Schulleiterin entschuldigte sich für ihr umstrittenes Schreiben. 

Elternbriefe werden auf facebook und twitter diskutiert

"Es tut mir leid, dass ich mich zu diesem Thema geäußert habe und bitte Sie hiermit um Entschuldigung. Ich bedaure, dass durch diesen Brief eine Welle der Entrüstung ausgelöst worden ist", schrieb die Pädagogin nun als Reaktion auf die Proteste der Landwirte. Doch sie erwähnt auch, dass sie von ihrer vorgesetzten Behörde darauf aufmerksam gemacht worden sei, dass sie mit ihrem Elternbrief ihre Kompetenzen als Schulleiterin überschritten habe und aufgefordert wurde, sich zu entschuldigen.
 
Das Entschuldigungsschreiben der Schulleiterin fand übrigens ebenso schnell seinen Weg in die sozialen Netzwerke facebook und twitter, wie der vorangegangene Elternbrief, der dort von einigen Landwirten stark kritisiert wurde.

Auslöser der Empörung

Auslöser der Empörgung war ein Brief der Schulleiterin an die Eltern ihrer Schüler von Ende Februar. Darin stand: "Als Schulleiterin mache ich mir große Sorgen um die Gesundheit meiner Schülerinnen und Schüler. Solche Mastställe bringen vor allem die Gefahr der Verbreitung von multiresistenten Keimen, die durch die Abluft nach außen gelangen". Sie beruft sich dabei auf Aussagen des Gesundheitsamtes und des Umweltamtes, wonach es derzeit keine Filtertechnik gebe, die das Entweichen der MRSA-Keime in die Außenluft zuverlässig verhindere.
 
Sie wies die Eltern ferner darauf hin, dass sie Möglichkeit hätten, Einspruch gegen die Genehmigung der Ställe zu einzulegen und erläuterte, wohin und bis wann der Einspruch zu richten sei.
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