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Mit dem Hoftierarzt unterwegs

Ferkelverluste: Ödemkrankheit statt Circoviren

Absetzferkel im Flatdeck
am Donnerstag, 06.09.2018 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

In unserem aktuellen Praxisfall des Monats geht es um einen Sauenbetrieb mit sehr hohem Gesundheitsstatus, in dem es in der Ferkelaufzucht zu plötzlichen Todesfällen kam.

Der Fall: Erhöhte Verluste bei Absetzferkeln

Es traf den Betrieb wie aus heiterem Himmel: Im Flatdeck traten zwei bis drei Wochen nach dem Absetzen der Ferkel plötzlich vermehrt Todesfälle auf. Die Verluste stiegen auf bis zu 4 Prozent. Das Geschehen kam insofern überraschend, als der Sauenbestand erst kurz zuvor neu aufgebaut worden war. Seit der Erstbelegung des Flatdecks waren gerade einmal vier Monate vergangen.

Die betroffenen Tiere wiesen anfangs die Symptome einer Coli- und Streptokokkeninfektion auf. Sie wurden entsprechend behandelt, was allerdings nur zu einer unbefriedigenden Besserung führte. Da zu dem Zeitpunkt keine Impfung der Ferkel gegen das Circovirus (PCV2) erfolgte, fiel der Verdacht auf eine Circovirusinfektion.

Die Diagnose: Sektion brachte toxinbildende Colikeime ans Licht

Im weiteren Verlauf bestätigte sich dieser Verdacht jedoch nicht. Vielmehr brachte die Sektion mehrerer verendeter Ferkel ein überraschendes Ergebnis ans Licht: Es zeigte sich, dass die Tiere an der Ödemkrankheit verendet waren. Überraschend war das Ganze deshalb, als bei den erkrankten Tieren keine Anzeichen auf die Ödemkrankheit, wie Lid- und Nasenrückenödeme oder schwankender Gang, zu sehen waren. Ausgelöst wird diese Erkrankung durch sogenannte Shigatoxin-bildende E. Coli-Stämme.

Die Lösung: Impfung brachte durchschlagenden Erfolg

Aufgrund der klaren Diagnose wurden die Ferkel ab sofort mit einer speziell gegen das Shigatoxin wirkenden Vakzine geimpft – mit durchschlagendem Erfolg. Bereits wenig später sanken die Verluste im Flatdeck auf unter 2 Prozent. Und ein weiterer nicht unwichtiger Effekt: Der Einsatz von Antibiotika wie Colistin konnte gänzlich eingestellt werden.

Mehr über diesen Fall erfahren Sie im Beitrag „Ödemkrankheit statt Circo“ in der September-Ausgabe von agrarheute Schwein, ab Seite 34.

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