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Schwein

Ferkelvermarkter wollen gemeinsamen Tiergesundheitsstandard

von , am
25.12.2009

Berlin - Ferkelvermarkter aus Deutschland verstärken ihre Bemühungen für einen bundesweiten Ferkel-Gesundheitspass, um damit die Vielzahl regionaler Initiativen zu bündeln.

© agrarfoto.com

Teilnehmer der auf einen einheitlichen Tiergesundheitsstandard zielenden Bestrebungen sind derzeit die Viehzentrale Südwest (VZ), die Schlachtvieherzeugergemeinschaft Altenburg (MSE), die Vermarktungsgemeinschaft für Zucht- und Nutzvieh (ZNVG) und die Erzeugergemeinschaft für Qualitätsferkel im Raum Osnabrück (EGF), die nach eigenen Angaben rund 10 Prozent der in Deutschland vermarkteten Ferkel stellen und weitere Partner gewinnen wollen. Dafür stehen die Zeichen offenbar gut. Koordiniert werden die Arbeiten vom Deutschen Raiffeisenverband (DRV) sowie der Grenzüberschreitenden Integrierten Qualitätssicherung (GIQS).

"Dabei geht es nicht darum, die Entwicklungen einzelner Unternehmen oder Regionen in diese Richtungen infrage zu stellen, sondern eine einheitliche Basis zu schaffen", betonte Rudolf Festag von der EGF mit Blick auf die Planungen für einen nationalen Standard zur Erhebung von Tiergesundheitsdaten bei Mastferkeln. Um die Initiative voranzubringen, wollen Ferkelerzeuger- und Aufzuchtbetriebe an einem systematischen Monitoring mitwirken, um für die Statuskommunikation recht bald einen Zwölfmonatszeitraum als Historie abbilden zu können. Für das Monitoring sei es wichtig, dass in den Ferkelerzeugerbetrieben nach einer einheitlich definierten Vorgehensweise beprobt werde und diese Proben mit vergleichbaren Methoden analysiert würden, betonten die Beteiligten.

Dänisches Onlineportal als Vorbild

Neben einer standardisierten Erhebung schlagen die Initiatoren vor, den Tiergesundheitsstatus nach dänischem Vorbild über ein Onlineportal abrufbar zu machen. Hierzu gebe es bereits Erfahrungen aus Forschungs- und Entwicklungsprojekten. In den kommenden Monaten sollen nun konkrete Schritte gemacht werden. Durch die Initiative der Dänen, wie auch den Ferkelpass, den holländische Vermarkter seit einiger Zeit vorlegen können, stehen die von Importdruck geplagten deutschen Ferkelerzeuger unter Zugzwang.

Vier Krankheitserreger im Pflicht

Geplant ist für den nationalen Standard laut Angaben von Dr. Achim Münster von der ZNVG ein Monitoring beim 28 kg bis 30 kg schweren Ferkel. Das Pflichtprogramm soll dabei Tests auf das Virus des Seuchenhaften Spätaborts der Schweine (PRRS), auf Salmonella, auf das durchfallverursachende Stäbchenbakterium Brachyspira hyodysenteriae und auf den Lungenerreger Mycoplasma hyo. umfassen. Wahlweise sollen Tests auf den Erreger der Lungenentzündung (APP) und auf die Schnüffelkrankheit der Schweine Rhinitis a. stattfinden können. Im Basisprogramm soll die Beprobung zwei Mal pro Jahr durchgeführt werden, bei "Basis Plus" vier Mal.

Ein weiteres Projekt angedacht

Festgelegt werden sollen auch bestimmte Standards für die Laboranalyse, so eine Standardmenge von 15 Proben pro Ziehung wegen der damit einhergehenden Aussagekraft. Auch Untersuchungsmethoden werden festgelegt, "um nicht Äpfel mit Birnen zu vergleichen", wie ZNVG-Fachmann Münster erläuterte. Unterschieden werden soll zwischen den Ergebniskategorien "unverdächtig, positiv und Impfstatus". Die Bezeichnung unverdächtig soll vergeben werden dürfen, wenn nach zwei Untersuchungsintervallen 30 negative Proben vorliegen. Eine wissenschaftliche Begleitung des Projekts hat erfolgreich stattgefunden, ein weiteres Projekt an der Universität Bonn ist angedacht. (AgE)

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