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Afrikanische Schweinepest

FLI-Chef Mettenleiter: Biosicherheit bleibt Hauptmaßnahme gegen ASP

Zaun mit Schild vor Schweinebetrieb
© landpixel/Mühlhausen
von am
29.01.2018

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) rückt immer näher. FLI-Präsident Thomas Mettenleiter zur hiesigen Gefahrenlage und zu den notwendigen Schutzmaßnahmen für Hausschweinebestände.

Die Afrikanische Schweinepest (kurz ASP) breitet sich immer weiter Richtung Nordwesteuropa aus. Ende 2017 hat das Virus die Region um Warschau in Polen und den Osten der Tschechischen Republik erreicht. Deutsche Schweinehalter schauen besorgt auf diese Entwicklung.

agrarheute hat den Präsidenten des Friedrich-Loeffler-Institutes (FLI), Prof. Thomas Mettenleiter, zur aktuellen Gefahrensituation befragt. Und wir wollten wissen, ob Deutschland ausreichend vorbereitet ist.

Virus bewegt sich vor allem entlang der Hauptverkehrswege

Professor Thomas Mettenleiter im Gespräch
FLI-Präsident Prof. Thomas Mettenleiter im Interview. © Philipp Eberstein

Prof. Mettenleiter betonte im Gespräch, die Gefahreneinschätzung des FLI habe sich seit Ende des vergangenen Jahres nicht verändert. Im östlichen Tschechien sei es bislang beispielsweise gut gelungen, den Erreger einzudämmen und seine weitere Verbreitung zu verhindern, obwohl es in den Wildschweinebeständen vor Ort weiterhin regelmäßig positive Befunde gebe.

Trotzdem sei auch hierzulande jederzeit mit einem Ausbruch zu rechnen, denn die Verbreitung des Virus sei nicht vorhersehbar. Immer wieder kam es in der Vergangenheit zu räumlichen Sprüngen, vor allem entlang der Hauptverkehrswege. Das zeige, wie sehr die Verbreitung der ASP vom Menschen, seiner Mobilität und seinem Verhalten abhänge.

Höchste Biosicherheit bietet den besten Schutz

Doch auch eine Bejagung der dichten Wildschweinbestände sei zu begrüßen, erklärte Thomas Mettenleiter gegenüber agrarheute. Damit lasse sich zwar kein Ausbruch verhindern, im Falle des Falles sei eine Eindämmung jedoch bedeutend leichter.

Das Hauptaugenmerk für die Landwirte, betonte Mettenleiter, müsse jedoch nach wie vor auf der Biosicherheit ihrer Betriebe liegen. Nur mit strengster Hygiene ließen sich Hausschweinebestände schützen, selbst wenn es zu einem ASP-Ausbruch in der Wildschweinepopulation komme. Die dafür nötigen Maßnahmen unterscheiden sich nicht von den generell für eine optimale Biosicherheit von Schweinebetrieben empfohlenen. Ausschlaggebend sei letztendlich ihre Umsetzung mit äußerster Sorgfalt.

Das ganze Interview mit Prof. Thomas Mettenleiter finden Sie in der März-Ausgabe des agrarheute-Magazins.

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