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Forscher: Gemischte Mast hat mehr Vor- als Nachteile

© landpixel
von , am
29.04.2014

Wie wirkt sich die gemischtgeschlechtliche Mast auf Leistung, Sozial- und Aggressionsverhalten sowie den Ebergeruch aus? Das haben Forscher des Lehr- und Versuchsguts Köllitsch untersucht.

Die gemischtgeschlechtliche Mast hat nach Ansicht der Forscher im Lehr- und Versuchsgut Köllitsch mehr Vor- als Nachteile. © Mühlhausen/landpixel
Das Geschlecht und die Aufstallungsform der Schweine hat einen Einfluss auf die Leistung sowie das Sozial- und Aggressionsverhalten der Tiere. Werden weibliche und männliche Mastschweine gemeinsam gehalten, bildet sich ein sozial verträchlicheres Verhalten aus.
 
Wie das sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie unter Bezug auf das Lehr- und Versuchsgut Köllitsch mitteilt, kommt es zu weniger ernsthaften Verletzungen und die biologischen Leistungen sind etwas stabiler. Lediglich die ruhigen Kastraten wachsen besser unter sich.

Gemischte Aufstallung hat mehr Vor- als Nachteile

Forscher des Lehr- und Versuchsguts Köllitsch haben für ihren Versuch in insgesamt sieben Versuchsdurchgängen 335 männlich intakte, 551 weibliche und 199 männlich kastrierte Ferkel beobachtet. Die Tiere wurden sowohl gemischt- als auch getrenntgeschlechtlich mit Rohrbreiautomatenfütterung aufgestallt.

Insgesamt kommen die Forscher zu dem Schluss, dass - ohne das Risiko von Frühträchtigkeiten zu berücksichtigen - eine gemische Aufstallung gegenüber der getrennten Aufstallung mehr Vor- als Nachteile hat.

Weniger schwere Verletzungen

Bei den Mastebern werden fast doppelt soviele "oberflächliche Schrammen am ganzen Körper" sowie "tiefe Schrammen an der Vorderhand" gegenüber weiblichen oder männlich kastrierten Tieren festgestellt. Bei der gemeinsamen Haltung nehmen die leichten -auf sozial verträgliches Verhalten zurückzuführenden - Verletzungen zu. Dafür nehmen die schweren Verletzungen gegenüber einer nach Geschlechtern getrennten Haltung eher ab. Das spiegelt sich auch bei der Bewertung der Störungen des Bewegungsapparates und den Bewegungseinschränkungen wieder.
 
Lediglich die ruhigen kastriert männlichen Tiere sind weniger verletzungsgefährdet wenn sie allein unter sich aufgestallt werden.

Männliche Tiere wachsen besser und gleichmäßiger

Männliche Tiere wachsen bei gemeinsamer Aufstallung mit ihren weiblichen Zeitgefährten besser (+ 35 g) und gleichmäßiger, weibliche Mastschweine wachsen tendenziell etwas schlechter ( - 10 g) und ungleichmäßiger, so die Forscher. Die Masteber wachsen bei gemischtgeschlechtlicher Aufstallung tendenziell auf Kosten der weiblichen Buchtengefährten. Dabei wurden mögliche Frühträchtigkeiten nicht untersucht. In der Summe überwiegt ein kleiner Vorteil der gemischt geschlechtlichen Aufstallung.

Masteber entwickeln mehr Androstenon und Skatol

Mit Blick auf die Entwicklung von Ebergeruch ergibt sich den Forschern zufolge eine dritte relevante Facette der Aufstallungsform. Masteber, die mit weiblichen Mastschweinen zusammengehalten werden, entwickeln signifikant mehr Androstenon und Skatol und werden sensorisch schlechter bewertet als ihre getrenntgeschlechtlich aufgestallten Zeitgefährten.
 
Folglich werden auch deren Speckproben zu etwa drei Prozent mehr in die unauffälligen Bewertungskategorien und über zwölf Prozent werden weniger in die stark auffälligen Bewertungskategorien eingeordnet. Die Ergebnisse bestätigen die Einschätzung der Literatur, dass die gemeinsame Haltung von männlichen und weiblichen Mastschweinen, genauso wie die Anwesenheit eines paarungsbereiten Partners als Androstenonsteigernder Faktor zu sehen ist.

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