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Aus der Wirtschaft

Frankreich: Schweinebranche rüstet sich für die Zeit nach 2012

von , am
06.03.2012

Paris - Die französischen Schweineproduzenten treiben die Umstrukturierung ihrer Branche für die Zeit nach 2012 weiter voran.

Im Vergleich zum Vorjahr liegen die aktuellen Schweinepreise deutlich drunter. © Mühlhausen/landpixel
Das hat der Präsident ihres Verbandes (FNP), Jean-Michel Serres, vor Journalisten in Paris hervorgehoben. "Wir arbeiten derzeit an einem Hilfspaket", berichtete Serres. Anlass dafür ist die Umstellung der Sauen auf Gruppenhaltung, die bis zum 1. Januar 2013 abgeschlossen werden muss.
 
Schätzungen zufolge brechen rund 10 Prozent bis 12 Prozent der Sauenhalter ihre diesbezüglich geplanten Aktivitäten ab, weil sie nicht dazu in der Lage sind, die notwendigen Maßnahmen durchzuführen.

Produktionsrückgang erwartet

Abgesehen davon ist die aktuelle Situation der Branche von einem Produktionsrückgang gekennzeichnet. Da die Umstellung der Sauen auf Gruppenhaltung zudem in einer wirtschaftlich und finanziell schwierigen Zeit zu erfolgen hat, soll der finanzielle Rahmen für Hilfen zur Ausgestaltung der Ställe nach Tierwohlgesichtspunkten für dieses Jahr auf 15 Millionen Euro erhöht werden; der Betrag muss aber noch vom Verwaltungsrat der zentralen Agrarbehörde FranceAgriMer auf dessen nächsten Sitzung am 22. März abgesegnet werden. "Das wird nicht ausreichend sein. Wir benötigen den doppelten Betrag", unterstrich der FNP-Präsident.

Preisstabilität gewährleisten

De facto müssen die Investitionskapazitäten der Schweinehalter erweitert werden. Deshalb ist die Sicherung der Agrareinkommen auch eines der zentralen Themen in der Branche. Zwei der wichtigsten Anliegen sind, die Preisstabilität zu gewährleisten und die Produktionskosten zu bewältigen. "Die Schweinepreise Anfang 2012 sind sehr aufmunternd", hob Serres hervor. Letztlich gehe es darum, den Produzenten ein ausreichendes Einkommen zu sichern und die Wettbewerbsfähigkeit der Branche zu behaupten. Die Landwirte setzten dabei auf die Leistungsfähigkeit der französischen Schweinezucht, die unter anderem in der Produktivität der Sauenhaltung liege.

Inlandsverbrauch steigern

Der FNP-Präsident sieht die technische Leistungsfähigkeit der französischen Züchtung weltweit in einer Spitzengruppe. "Die Handelsbilanz ist wertmäßig im Minus", stellte Serres außerdem fest. Laut FranceAgriMer gibt es ein Defizit in der Handelsbilanz mit EU-Ländern in Höhe von 139 Millionen Euro. Allerdings hatte Ende 2011 der Wiederanstieg der Exporte in Drittländer den Preis nach oben getrieben. Gleichzeitig soll der nationale Konsum angekurbelt werden, nachdem der Schweinefleischkonsum in Frankreich 2011 um 1,9 Prozent zurückgegangen war. Um den Inlandsverbrauch zu steigern, ist das Label Viande Procine de France (VPF) entwickelt worden.
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