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Ferkelkastration

Frankreich: Schweineproduzenten erwägen Ausstieg aus Ferkelkastration

Eberferkel säugen an Sau
am Mittwoch, 05.08.2020 - 14:16 (Jetzt kommentieren)

Ein großer Teil der französischen Organisationen der Schweinehalter erwägt ab 2022 aus der Kastration auszusteigen.

Zehn Schweineproduzentenorganisationen in Westfrankreich ziehen in Erwägung, die Kastration von Ferkeln ab dem 31. Dezember 2021 einzustellen. Die Organisationen bilden einen bedeutenden Teil der Erzeuger des Landes.

Die Erzeugerkollektive haben am 23. Juni einen Brief mit diesen Vorschlägen an ihre Mitglieder geschickt. Der Brief wurde von den Unternehmen Agrial, Eureden, Elpor, Evel'Up, GRPPO, Porcinéo, Porélia, Syproporcs, Porvéo und Porc Armor Evolution unterzeichnet. Insgesamt produzieren diese Organisationen gemeinsam 12 Millionen Schweine.

Französisches Landwirtschaftsministerium: Ab 2022 Kastration nur mit Betäubung

Der Vorschlag der zehn Organisationen ist eine Reaktion auf eine Entscheidung von Didier Guillaume, Frankreichs Minister für Landwirtschaft und Ernährung. Sein Ziel ist es, den Tierschutz in der französischen Schweineindustrie zu verbessern. Eine seiner Maßnahmen ist, dass nach 2021 die Kastration von Ferkeln nur noch unter Betäubung erlaubt sein wird. Damit gelten in Frankreich dann ähnliche Standards für die Kastration wie in Deutschland.

Weitere Einzelheiten über den Plan der Organisationen, ganz aus der Ferkelkastration auszusteigen, sind noch nicht bekannt. Es sei beabsichtigt, den Basispreis für Schweine anzupassen. Die Kollektive sind der Meinung, dass ab 2022 sowohl Sauschweine als auch ganze Eber die Grundlage für die Schweinepreise bilden werden.

Schweinehalter wollen Mehrkosten für Geruchsprüfung tragen

In den Schlachthöfen soll geprüft werden, ob die Schlachtkörper Ebergeruch aufweisen oder nicht.  Die zusätzlichen Kosten für diese Kontrollen sollen von den Schweinebetrieben, die die Kastration eingestellt haben, gemeinsam getragen werden.

Ausnahmen von der Erklärung gegen die Kastration sollen weiterhin möglich sein. Falls ein bestimmter Markt Kastraten erfordere, werde dies weiterhin möglich sein. Für diese Schweine müsse dann ein zusätzlicher Preis gezahlt werden, um die zusätzlichen Kosten für die Betäubung auszugleichen.

Es ist noch unklar, in welchem Umfang Kastraten in Frankreich üblich werden. Der Brief bezieht nicht nur die Schlachthöfe, sondern auch die Verarbeiter mit ein. Die Fleischindustrie hat sich bisher zurückhaltend geäußert, mit den Risiken des Verarbeitens von Eberfleisch umzugehen, berichten französische Medien.

Mit Material von www.pigprogress.net

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