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Kommentar

Frei Schnauze: Jürgen Dierauff über das Preistief am Schweinemarkt

Dierauff_Juergen_freiSchnauze
am Montag, 11.10.2021 - 13:52 (Jetzt kommentieren)

Schweinehalter erleben magere Jahre. Viele können nur noch mit einem kontrollierten Ausstieg reagieren.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, im Frühjahr 2019 setzte am Schweinemarkt ein Preisaufschwung ein, der uns Schweinehalter eine Zeit lang gute Margen ermöglichte. Getragen wurde der Aufschwung durch den Export nach China und wie es immer war, ist und sein wird während einer Hochphase: Jeder Schweinehalter meinte, jetzt bleibt es immer so!

Der Absturz kam allerdings schneller als gedacht. Die Corona-Krise mit dem Schweinestau und die Afrikanische Schweinepest (ASP), vor allem bei Wildschweinen in Ostdeutschland, ließen den Markt im Jahr 2020 zusammenbrechen.

Chinamarkt bricht für Spanien weg

Jetzt, im Sommer/Herbst 2021, bricht der Chinamarkt für die „neue Exportnation Nummer eins“ in Europa, nämlich Spanien, weg. Die Folge war ein erneutes Preistief bei uns in Deutschland, da die Spanier mit Kampfpreisen zu uns in den deutschen Markt drücken, was den Schweinepreis noch mal abstürzen ließ.

Dazu kommen die aktuell hohen Futterkosten. Das alles bewirkt, dass wir Schweinehalter tief in die roten Zahlen absinken. Die große Frage wird sein: Ist das Wegbrechen des Chinamarkts für die Europäer nur eine kurze Marktverwerfung oder ist er für Europa dauerhaft verloren?

Wegfall von China wäre Paradigmenwechsel

Wäre der Chinamarkt für Europa dauerhaft verloren, würde dies einem Paradigmenwechsel gleichkommen! Auf uns europäische Schweinehalter würden sehr magere Zeiten zukommen.

Für unsere deutschen Betriebe wird es noch schwieriger. Denn aufgrund der Anhebung des Ordnungsrechts der letzten Jahre durch den Gesetzgeber – beispielsweise Verbot des Kastenstands – haben wir in Deutschland mittlerweile deutlich höhere Produktionskosten. Viele Betriebe könnten in dem Fall leider nur noch mit einem kontrollierten Ausstieg reagieren.

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