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Kolumne

Frei Schnauze: Jürgen Dierauff über ein Preiswerbeverbot für Fleisch

Autor und Kreisobmann Jürgen Dierauff im Schweinestall
am Dienstag, 30.03.2021 - 08:48 (1 Kommentar)

Schweinemäster und Kreisobmann Jürgen Dierauff aus Mark Nordheim (Franken) berichtet in unserer monatlichen Kolumne "Frei Schnauze" über seine Sicht der Dinge. Dieses Mal: ein mögliches Preiswerbeverbot für Fleisch.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, aktuell fordert das Bundeslandwirtschaftsministerium ein „Preiswerbeverbot für Fleisch“. Greenpeace geht noch weiter: Der Verein möchte ein totales Werbeverbot für Fleisch. Um die Forderung zu untermauern, hat Greenpeace letztens sogar ein Gutachten über die rechtliche Machbarkeit erstellen lassen und veröffentlicht. Mein Kommentar dazu: Unmöglich! Warum?

Ab dem 1. Juli 2021 werden etwa 50 Prozent der Schweinemäster ihre Schweine nach der Tierwohlkennzeichnung in der Haltungsstufe 2 (StallhaltungPlus) halten. Mehr Tierwohl kostet aber mehr Geld. Diese Schweine müssen mit einem höheren Preis an den Mann beziehungsweise die Frau gebracht werden.

Ohhne Werbung geht es nicht

Ohne massive Werbung für diesen höheren Tierwohlstandard – in Funk, Fernsehen und Printmedien – wird es nicht klappen. Falls es dem Markt nicht langfristig gelingt, diese 50 Prozent Schweinefleisch mit höherem Tierwohlstandard zum nötigen Preis zu verkaufen, wäre die ganze Euphorie ums Tierwohl, die aktuell bei den Schweinehaltern herrscht, schnell vorbei.

Ähnliches gilt für das „Preiswerbeverbot“, welches das Bundesministerium in die Diskussion bringt. Auch das halte ich für völlig überzogen. Wir müssen leider zur Kenntnis nehmen, dass in Wochen mit Preisangeboten viel mehr Menge über den Tresen geht. Gerade in Zeiten, in denen wir aufgrund der Afrikanische Schweinepest vom Export abgeschnitten sind, müssen solche Mechanismen genutzt werden können.

Dies soll aber keine Einladung zu Ramschpreisen sein. Das Verbot für den Verkauf von Fleisch unter Einstandspreis sollte vom Bundesministerium konsequent verfolgt werden, statt jeden Tag eine neue Sau durchs Dorf zu treiben.

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