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Kommentar

Frei Schnauze: Nadine Henke zu Investitionen in Tierwohl

Nadine Henke
am Montag, 23.09.2019 - 11:52 (1 Kommentar)

Nadine Henke ist Tierärztin und bewirtschaftet zusammen mit ihrem Mann Heinrich einen Sauenbetrieb in Bruchhausen-Vilsen. In unserer monatlichen Kolumne Frei Schnauze berichtet sie über ihre Sicht der Dinge. Dieses Mal: Investitionen ins Tierwohl

Liebe Kolleginnen und Kollegen, was für eine interessante Überschrift, die vor einiger Zeit in der Neuen Osnabrücker Zeitung zu lesen war: Clemens Tönnies will das Leben der Schweine verbessern. Laut des Artikels möchte er den Standard der Tierhaltung in Deutschland anheben. Im ersten Schritt geht es ihm um 10 Prozent mehr Platz. Raufutter und Beschäftigungsmaterialien fordert er ebenfalls.

Clemens Tönnies spricht im Weiteren von Offenfrontställen und Ställen mit Auslaufhaltung. Er lasse gerade Emissionsgutachten anfertigen und setze sich für die Genehmigung dieser Alternativställe ein, war weiter zu lesen.

Das hört sich im ersten Moment alles sehr vielversprechend an. Allerdings muss ich ehrlich gestehen, dass mir der Glaube fehlt. Ich gebe nur zu bedenken, dass Clemens Tönnies der Hauspreiskönig der Branche ist, der stetig die Preise drückt.

Angemessene Preise als Voraussetzung für ein "Mehr an Tierwohl"

Der Schlachtriese betont einerseits gerne und bei jeder Gelegenheit die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Erzeugern. Auf der anderen Seite ist er der Erste, wenn es um Hauspreise und Maskenänderungen geht. Und bis jetzt macht er selbst keine Verträge mit den Betrieben, um dieses „Mehr an Tierwohl“ auch zu entlohnen.

Ich denke, Clemens Tönnies täte gut daran, sich um den Absatz des Schweinefleisches zu kümmern und damit den Bauern dauerhaft einen angemessenen Preis zu sichern – der gerne höher liegen darf als bisher. Und wenn wir Landwirte uns keine Sorgen mehr um einen angemessenen Preis machen müssen, dann können wir uns der Aufgabe des „Mehr an Tierwohl“ widmen. Denn das können wir durchaus alleine. Gute Ideen sind reichlich vorhanden, nur benötigen wir zur Umsetzung einen finanziellen Rahmen jenseits von Hauspreisen.

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