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Sauenhaltung

Freies Abferkeln: So baut Tobias Urban seinen Sauenstall der Zukunft

Tobias Urban liebt seine Arbeit mit den Sauen. Er kann sich schwer vorstellen, etwas anderes zu tun. Deshalb hat er überlegt, wie er seinen schweinehaltenden Betrieb zukunftsfähig aufstellt. Ein Baustein ist die freie Abferkelung.

am Mittwoch, 11.01.2023 - 15:14 (Jetzt kommentieren)

„Mein Ziel war es, unsere Schweinehaltung so aus- und umzubauen, dass wir die nächsten zehn, zwanzig Jahre Ruhe haben“, sagt Tobias Urban. Das ist dem Junglandwirt aus Eglingen in Baden-Württemberg wichtig, weil er seine Arbeit mit den Schweinen liebt.

Im Jahr 2012 war er mit seiner Ausbildung zum Landwirt fertig. Seiner Familie und er fragten sich, wie es weitergehen könnte. Sie waren sich unsicher. Der heute 29-Jährige entschied sich deshalb, zunächst noch die Technikerschule abzuschließen. In dieser Zeit überdachte er die Pläne, auch weil die Diskussion um mehr Tierwohl immer stärker wurde.

Hinzu kam die neue Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung (TierSchNutzV). „Niemand konnte uns zu dem Zeitpunkt konkret sagen, was auf uns zukommt und wie die Ställe zukünftig aussehen sollen.“ Familie Urban war ratlos. „Unsere Stallbaupläne, für die wir sogar schon eine Baugenehmigung hatten, waren nicht zukunftsfähig.“

Zukunft mit neuem Stall auf grüner Wiese

Ein Projekt im Rahmen der europäischen Innovationspartnerschaften für landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit (EIP Agrar) in Baden-Württemberg brachte die Wende. Tobias Urban hörte sich die Ideen an und dachte, dass man in der Richtung etwas machen könne. „Ich hatte aber auch eine Menge Glück“, sagt er.

Die Zeit zum Bauen sei noch gut gewesen. Der Zins war günstig und im Rahmen des Projekts gab es finanzielle Unterstützung. Tobias Urban wollte so bauen, dass er den Vorschriften der neuen TierSchNutzV vorweggreift. Die erste wichtige Entscheidung war – entgegen des ursprünglichen Plans –, die gesamte Sauenhaltung in den Außenbereich zu verlegen und auf der alten Hofstelle im Dorf keine Sauen mehr zu halten. Auch dort hätten sie investieren müssen und die Ställe wären schwer umzubauen gewesen.

So entstand der Plan für einen komplett neuen Sauenstall für 280 Muttersauen inklusive 1.100 Ferkelaufzuchtplätzen. Im April 2020 zogen schließlich die ersten Sauen in den schon fertiggestellten kombinierten Deck- und Wartestall ein. Tobias Urban hat sich hier bewusst für einen Einraumstall entschieden. Er wollte keine einzelnen Abteile. „Jetzt haben wir einen großen umbauten Raum und die Luft ist dementsprechend gut.“

Mit Zuversicht und Feuereifer für die Sauenhaltung

Der Junglandwirt habe alles dafür getan, für die Zukunft gut aufgestellt zu sein. Da der Betrieb einen Teil der Schweine direkt an Metzger vermarktet, erlöse er zum Beispiel etwas mehr. Außerdem seien die Mastställe abgeschrieben und es gäbe zum Glück wenig Altlasten.

„Wenn es ewig so weitergeht, muss ich mir aber schon Gedanken machen. Nur habe ich das nicht mehr in der Hand. Ich kann nur meine Arbeit bestmöglich machen.“ Selbstkritisch merkt Tobias Urban an, dass er schon in einem Hamsterrad stecke. Er könne nicht einfach den Schlüssel umdrehen und aufhören, sondern müsse den Kredit bedienen.

Die Hoffnung hat er jedoch noch nicht aufgegeben. Derzeit würden die Preise für Mastschweine zum Glück anziehen. Eines ist Tobias Urban zudem klar geworden: Der Beruf des Landwirts ist sehr vielfältig. Das habe er in der Genehmigungsphase gemerkt, als er plötzlich mit Bankberatern oder mit Gemeinderatsmitglieder sprechen musste. „Man kann nicht mehr nur Bauer sein. Das ist fordernd, macht aber auch Spaß, wenn es klappt.“

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