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Ausbau von Zucht- und Mastbetrieb

Aus für Schweinestall mit 8.000 Tieren: BUND erleichtert

Ein Schwein blickt in einem Schweinestall in die Kamera
am Mittwoch, 23.11.2022 - 05:00 (3 Kommentare)

Ein Landwirt wollte in Baden-Württemberg seinen Schweinestall ausbauen. Umweltverbände forderten weitere Nachweise. Nun hat er seinen Antrag zurückgezogen.

Seit Jahren wird in Langenburg in Baden-Württemberg über ein Schweinestall-Großprojekt diskutiert. Auf dem Betrieb im Ortsteil Nesselbach im Landkreis Schwäbisch Hall wollte ein Landwirt seinen Stall von 2.000 auf knapp 8.000 Tiere ausbauen.

Nun fiel die Entscheidung. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Baden-Württemberg zeigte sich in einer Pressemitteilung erleichtert.

Schweinehalter will Zucht- und Mastbetrieb ausbauen

Seit 2013 plante der Schweinehalter seinen Zucht- und Mastbetrieb mit knapp 2.200 Plätzen auf 7.986 Tiere zu erweitern. 2018 dann wurde der Bebauungsplan genehmigt, so der BUND.

Im anschließenden immissionschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren mit Umweltverträglichkeitsprüfung hatten der BUND, der Landesnaturschutzverband (LNV), der NABU und das Umweltzentrum Kreis Schwäbisch Hall ihre Einwendungen vorgebracht. Der Grund: Lücken beim Wasser- und Bodenschutz.

Stallausbau: Gülle sei weitere Belastung für überdüngte Böden

„Die großen Mengen an Gülle hätten die ohnehin überdüngten Böden rund um Nesselbach weiter belastet“, erklärte ein Regionalvorstandsmitglied des BUND Heilbronn Franken. Auch nahe gelegene Schutzgebiete wären durch das Abwasser bedroht.

Im Rahmen von weiteren Genehmigungsverfahren, die für ein Projekt dieser Größenordnung nötig sind, habe man eine kritische Stellungnahme vorgelegt. Daraufhin hätte der Landwirt laut BUND weitere Nachweise für die Unbedenklichkeit der geplanten Anlage vorlegen müssen.

Landwirt zieht Antrag für Schweinestall-Großprojekt zurück

Die Genehmigungsbehörde, das Regierungspräsidium Stuttgart, gab nun bekannt, dass man das Änderungsgenehmigungsverfahren für die Erweiterung des Betriebs eingestellt habe. Der Landwirt habe den Antrag zurückgezogen.

Der BUND zeigte sich erfreut über die Entscheidung: „Projekte dieser Größenordnung haben immer enorme Auswirkungen auf Mensch, Natur und Umwelt. Deshalb sind wir erleichtert, dass die gesetzlichen Vorgaben nach unserer Stellungnahme ernst genommen wurden und der Antrag zurückgezogen wurde“, erklärte Sylvia Pilarsky-Grosch, Landesvorsitzende des BUND Baden-Württemberg. Eine Schweinemastanlage mit 8.000 Tieren könne laut BUND kaum als umweltverträglich eingestuft werden.

Mit Material von Südwest Presse (SWP), BUND Landesverband Baden-Württemberg

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