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Futter für Mastschweine selber mischen

Schweinehalter Volker Schmidt
am Mittwoch, 17.10.2018 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Landwirt Volker Schmidt mischt das Futter für seine Mastschweine selbst. So behält er den Überblick und kann – zum Beispiel mit guten Kontrakten – Kosten sparen.

Volker Schmidt aus Wabern (Hessen) hält Mastschweine und mischt das Futter für die Tiere von Anfang an selbst. „Aufgrund meiner Betriebsstruktur kam es mir noch nie in den Sinn, Fertigfutter zu kaufen.“

Denn die Grundkomponenten für das Futter – Weizen und Gerste – stehen auf seinen eigenen Ackerflächen. Silos sowie eine Mahl- und Mischanlage sind vorhanden – gute Voraussetzungen also. So hat er die Kontrolle über Komponenten und Inhaltsstoffe.

Volle Konzentration auf Mastschweine

Volker Schmidt bezieht seine Ferkel fest von einem Berufskollegen. Außerdem haben sie die gesamte Außenwirtschaft zusammengelegt. So kann er sich voll und ganz auf seinen Hauptbetriebszweig, die Schweinemast, konzentrieren. 

Versorgt werden die Schweine über eine Flüssigfütterung. Immer 25 oder 40 ­Tiere in einer Bucht teilen sich einen Sensor. Volker Schmidt sagt: „Früher hatten wir kleinere Buchten und die Schweine standen am Quertrog. Mir gefällt das so aber viel besser.“ Die Schweine haben in der größeren Bucht mehr Möglichkeiten, sich Funktionsbereiche wie Ruhe- Fress- und Kotbereich einzuteilen. „Das ist für ihr Wohlbefinden von Vorteil“, ist der Mäster überzeugt. 

Futter hochkonzentriert

Die Rationen von Volker Schmidt sind verhältnismäßig hoch konzentriert. Er nutzt hauptsächlich sein eigenes Getreide und kauft einen kleineren Teil zu. Ziel ist es, vom gesamten Getreide sofort nach der Ernte Proben zu ziehen und es auf die Inhaltsstoffe zu untersuchen. „Nur so weiß man, wie viel Protein zum Beispiel wirklich im Weizen steckt.“

„In normalen Jahren prüfen wir auch auf Mykotoxine. Aber aufgrund der Trockenheit während der Weizenblüte haben wir uns das dieses Jahr gespart“, erklärt er. Der Proteingehalt schwankt auch in seinem Betrieb je nach Wetter. In diesem Jahr waren zum Beispiel insgesamt weniger ährentragende Halme vorhanden. Das führte zu einem höheren 1.000-Korn-­Gewicht bei annähernd gleichen Erträgen.

Ration genau berechnet

Auf Basis der Probenergebnisse berechnet der Mäster gemeinsam mit seinem Berater Bernd Grünhaupt vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen, wie viel des hochkonzentrierten Ergänzungsfuttermittels mit 12,6 MJ ME/kg und 3,9 Prozent Lysin er in seinen Rationen einsetzen muss, um ein stickstoff- und phosphoroptimiertes Futter zu erhalten.

Um die Futterkosten möglichst gering zu halten, arbeitet Volker Schmidt gerne mit Kontrakten. So überlegt er mit seinem Berater, bei einem passenden Preisniveau auch schon Kontrakte für den Ergänzer bis zum Mai 2019 abzuschließen, da dann die neue Ernte in Südamerika ansteht.

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