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Schweinefütterung

Futterkosten in der Mast senken

Mastschweine fressen
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Wiebke Herrmann, agrarheute
am
19.02.2018

In der Fütterung liegt in der Mast viel Einsparpotenzial. Mit unserer Checkliste wollen wir Sie dabei unterstützen, Ihrer Futterkosten zu senken.

Um in der Mast die Futterkosten zu senken, sollten Sie die Fütterung ins Visier nehmen. Hier liegt viel Einsparungspotenzial. Mit der folgenden Checkliste wollen wir Sie bei Ihrer Analyse unterstützen.

In den Mastphasen richtig füttern

  • Ein junges Mastschwein zeigt besonders gute Zunahmen und erreicht damit gute Mastleistungen. Die Futterverwertung ist in dieser Zeit am günstigsten und auch der Futterverbrauch ist gering. Zudem erreicht ein Schwein bei einem Gewicht von 60 kg die höchsten Tageszunahmen. Dieses Niveau sollte mit einem hochwertigen Vormastfutter ausgefüttert werden.
  • Zu Beginn der Schweinemast setzen die Tiere noch Muskelfleisch an, am Ende nur noch Fett. Diese Entwicklung sollte bei der Fütterung beachtet werden.
  • Mit zunehmender Mastperiode sollte der Rohproteingehalt im Futter gesenkt werden. Das Aminosäuremuster kann gleichzeitig mit synthetischen Aminosäuren optimiert werden. Das senkt nicht nur die Futterkosten, sondern wirkt sich auch positiv auf die Tiergesundheit aus. Denn der Abbau der Eiweißverbindungen kostet Energie, die den Tieren an anderer Stelle fehlt.
  • Die Schweinefütterung während der Mast sollte mindestens in drei Phasen erfolgen; noch besser ist eine Multiphasenfütterung.
  • Das Vormastfutter wird nicht zu früh abgesetzt, damit das hohe Wachstumspotenzial der Schweine zu Mastbeginn ausgenutzt werden kann.
  • Die Mittelmast wird dagegen flexibler je nach der Entwicklung der Schweine gestaltet.
  • Der Übergang zum Endmastfutter sollte ebenfalls anhand der Entwicklung der Schweine erfolgen.
  • Die Kosten für das Endmastfutter können durch das Reduzieren des Rohprotein- und Mineralstoffgehalts gesenkt werden.

Analysieren Sie die Mastergebnisse

  • Die Mastschweine sollten Masttageszunahmen von mindestens 800 bis 850 g erreichen, um den Zuwachs von etwa 90 kg während der Mast möglichst schnell zu realisieren.
  • Eine gute Futterverwertung ist bei hohen Zunahmen entscheidend.
  • Die Phasen sollten nach jedem Durchgang überprüft und gegebenenfalls an veränderte betriebliche Gegebenheiten angepasst werden.
  • Die Fütterungsphasen sollten zudem an die verschiedenen Herkünfte der Schweine angepasst werden.
  • Um die Mastschweine bedarfsgerecht zu versorgen, sollten die Inhaltsstoffe und der Energiegehalt der Futtermittel bekannt sein.

Optimieren Sie das Management, um Kosten zu senken

  • Der Trog sollte so beschaffen sein, dass Futterverluste so gering wie möglich sind.
  • Hygienisch einwandfreies Trinkwasser ist unerlässlich für eine gute Futterverwertung. Saufen die Tiere zu wenig, benötigen sie mehr Futter während der Mast.
  • Kontrollieren Sie das Futter, das bei den Schweinen ankommt. Zum Beispiel muss bei Flüssigfütterungsanlagen darauf geachtet werden, dass die richtige Menge Wasser zugesetzt wird. Sinkt der Trockenmassegehalt im Futter, muss ein Schwein mehr fressen, um genügend Energie aufzunehmen, und die Futterkosten steigen.
  • Kontrollieren und wiegen Sie Ihre Tiere. Nur so können Sie überprüfen, ob die Schweine in die Maske des Schlachthofs passen.
  • Achten Sie auf eine optimale Belegung der Buchten, denn auch ein geringes Platzangebot kann sich negativ auf die Futterverwertung der Tiere auswirken.

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