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Checkliste

Futterverwertung in der Mast optimieren und profitabel füttern

Mastschweine fressen
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Wiebke Herrmann, agrarheute
am
02.11.2018

Futtermittel sind in der Schweinemast einer der größten Kostenfaktoren. Umso wichtiger ist es, sie effizient einzusetzen und Verluste zu mindern. Unsere Checkliste zur Futtereffizienz soll Ihnen dabei helfen.

Auf die Futterlagerung achten

  • Die maximale Kornfeuchte beträgt 14 Prozent, um eine optimale Lagerfähigkeit zu gewährleisten.
  • Bei zugekauften Mischfuttermitteln wird die Temperatur kontrolliert, denn auch fertige Mischungen unterliegen Energieverlusten.
  • Es kann keine Feuchtigkeit in das Futterlager eindringen. Ansonsten drohen Futterverluste infolge von Schimmelbildung.
  • Die Maximale Lagerzeit von Mischfuttermitteln wird beachtet und eingehalten.

Eigenmischer: Futterherstellung auf dem Betrieb

  • Bei Mischfutter aus eigener Herstellung wird regelmäßig der Vermahlungsgrad überprüft. Zu grob geschrotetes Futter kann nicht ausreichend verdaut werden. Eine zu feine Futterstruktur kann zu Magengeschwüren führen.
  • Für die Futterstruktur von Mischfuttern werden folgende Grenzen eingehalten: maximal 50 Prozent der Futterpartikel sind größer als 1,0 mm und maximal 35 bis 40 Prozent der Partikel sind kleiner als 0,5 mm.
  • Die Funktion der Mühle wird regelmäßig geprüft.

Auf Futerhygiene und Fütterungsverluste achten

  • Die Tröge, der Anmischbehälter und die Leitungen werden regelmäßig gereinigt. Hefen nutzen Reste in den Leitungen als Nährboden und verstoffwechseln Aminosäuren aus dem Futter.
  • Das Tier-Fressplatz-Verhältnis ist passend. Beim Breiautomaten liegen die Empfehlungen bei 25 bis 30 Tieren pro Einzelautomat.
  • Die Fütterungsanlage wird regelmäßig überprüft, sodass eventuelle Futterverluste möglichst schnell identifiziert werden.
  • Die Einstellungen der Automaten werden regelmäßig überprüft und an das Fressverhalten der Tiere angepasst.
  • Es bleiben nie mehr als kleine Futterreste im Trog zurück.
  • Querstreben im Trog verhindern, dass die Schweine das Futter hin und her schieben können und so Futterverluste entstehen.

Futterkosten unter Kontrolle

  • Behalten Sie die Futterkosten im Blick. Prüfen Sie, ob eventuell ein anderer Lieferant das gewünschte Futter günstiger anbieten kann.
  • Machen Sie keine Kompromisse bei der Qualität, auch wenn günstigeres Futter eingekauft wird.
  • Prüfen Sie, ob für Ihren Betrieb Futterzukaufgemeinschaften infrage komme. Oftmals können Futtermittel in größeren Partien günstiger erworben werden.
  • Überprüfen Sie die Mastration: Können Weizen und Gerste bei gleichbleibenden Inhaltsstoffen durch Roggen oder Triticale ersetzt werden? Mit einem Austausch können oftmals Futterkosten gespart werden. Trotzdem bleibt die Qualität der Ration erhalten. Auch bei Eiweißfuttermitteln können Rapsschrot und Leguminosen die günstigeren Alternativen zu Sojaschrot sein.

Die Fütterung im Blick behalten

  • Die Schweine erhalten eine bedarfsgerechte Fütterung und ihr Wachstumspotenzial wird ausgenutzt. Je näher die Tiere am Bedarf gefüttert werden, desto effizienter ist die Fütterung.
  • Die Schweine erhalten mindestens drei Phasen, damit ihr sich ändernder Bedarf möglichst gut gedeckt wird.
  • Kontrollieren Sie das Futter regelmäßig: Lassen Sie halbjährlich Mischproben vom Trocken- und/oder Flüssigfutter analysieren.
  • Bei einer Flüssigfütterung wird regelmäßig der Trockenmassegehalt geprüft. Sinkt er deutlich ab, führt dies zu hohen Leistungseinbußen.
  • Achten Sie auf die Endgewichte Ihrer Mastschweine. In der Endmast benötigen die Tiere mehr Futter, um 1 kg Lebendmasse anzusetzen. Schwere Schweine haben also oft eine schlechtere Futterverwertung und passen darüber hinaus oft nicht in die Masken.

Wasserversorgung überwachen

  • Den Tieren steht immer ausreichend Wasser in Trinkwasserqualität zur Verfügung. Je Kilogramm aufgenommener Futtertrockenmasse benötigen die Schweine 3 bis 5 kg Wasser.
  • An der Tränke wird eine optimale Durchflussmenge beachtet. Ein zu hoher Druck führt bei kleineren Schweinen dazu, dass sie weniger Wasser aufnehmen. Ein zu niedriger Druck wiederum frustriert ältere Schweine, sodass sie ebenfalls weniger Wasser aufnehmen.
  • Bei einer Eigenwasserversorgung wird darauf geachtet, dass im Wasser keine Geschmacksveränderungen zum Beispiel durch Korrosion auftritt.

Kleine Kniffe für gesunde Mastschweine

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