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Zucht

Genomforschung gegen Erbfehler

© landpixel
von , am
15.05.2014

Erbfehler bei Schweinen ausmerzen, innovative züchterische Merkmale einkreuzen, Ebergeruch verhindern - kurz gefasst ist das das Ziel eines Forschungsprojekts der TU München und der LfL.

Die AMPs ersetzen derzeit unvollständig die Antibiotika bei der Flüssigkonservierung von Ebersperma. © Mühlhausen/landpixel
Die LfL (Bayerisch Landesanstalt für Landwirtschaft) und die Technische Universität München (TUM) haben ein neues Programm zur Genomforschung beim Schwein gestartet. Die Forscher wollen sich in ihrem Projekt namens InGeniS (Integrierte genomische Forschung und Anwendung in der bayerischen Schweinezucht) auf drei Schwerpunkte konzentrieren:
 
Im ersten Teilprojekt wird eine genomische Zuchtwertschätzung für die bedeutendste Vaterrasse Piétrain entwickelt. Hierzu wird eine Kalibrierungsstichprobe für diese Rasse mit rund 2.400 Tieren aufgebaut.
 
Ein zweites Teilprojekt hat sich zum Ziel gesetzt, für die Rassen Piétrain und Deutsche Landrasse die Genomsequenzender 30 wichtigsten Vorfahren pro Rasse zu erstellen. Diese werden in einem dritten Teilprojekt zur Entwicklung von neuen Methoden zur Erbfehlerbekämpfung sowie zur züchterischen Bearbeitung innovativer Merkmale genutzt.

Genforschung gegen Ebergeruch und Erbfehler

Primäres Ziel des Verbundprojektes ist die Verbesserung der Wettbewerbsstellung bayerischer Schweinezüchter im nationalen und internationalen Wettbewerb. "Darüber hinaus ist die InGeniS-Forschergruppe davon überzeugt, dass nur durch den massiven Einsatz genomischer Methoden die gesellschaftlichen Erwartungen an eine ethisch vertretbare Tierhaltung nachhaltig erfüllt werden können", erklärt die LfL.
 
Um die Informationsdichte zu erhöhen, werden die Forscher aus den Genotypdaten von fast 5.000 bayerischen Zuchtschweinen und den Sequenzen der wichtigsten Gründertiere eine Hochrechnung von 5.000 Genomsequenzen durchführen. Diese auch als "Imputation" bezeichnete Hochrechnung hat sich im Humanbereich und bei Rindern als sehr zuverlässige Methode erwiesen.
Die Projektteilnehmer versprechen sich davon einen Durchbruch bei der Erbfehlerbekämpfung und verbesserte Ansätze zur Zucht gegen Ebergeruch oder zur züchterischen Beeinflussung des Tierverhaltens. 

Ziel: Eine erneuertes Zuchtprogramm

Am Ende des Projektes sollen alle Erkenntnisse in einer Zuchtplanung für die bayerische Schweinezucht zusammengeführt werden, und die Grundlage eines erneuerten Zuchtprogramms für bayerische Piétrain und Deutsche Landrasse bilden.

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