Login
Schwein

Großbritannien: Steigende Schweinefleischpreise erwartet

von , am
26.08.2010

London - In Großbritannien sind die Preise für Schweinefleisch zuletzt gesunken, doch einige Analysten erwarten, dass sie bis zum Jahresende aufgrund höherer Futtermittelkosten wieder anziehen werden.

Markierte Mastschweine beim Verladen auf einen Tiertransporter. © Mühlhausen/landpixel

Wie aus aktuellen Daten des Agriculture and Horticulture Development Board (AHDB) hervorgeht, hat Schweinefleisch in Großbritannien in diesem Jahr im Schnitt 1,423 GBP/kg (rund 1,7426 Euro je Kilo) gekostet, was einem Rückgang von 2,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht, berichtet Dow Jones.

Insbesondere in den vergangenen Wochen seien die Preise zurückgegangen, und zwar auf derzeit 1,416 GBP/kg (rund 1,7340 Euro je Kilo) von 1,446 GBP/kg (rund 1,7707 Euro je Kilo) Anfang Juli. Dennoch lägen die Schweinefleischpreise über dem Durchschnitt der vergangenen vier Jahre, betonte die Agrar-Fördergesellschaft.

Analysten: Höhere Fütterungskosten lassen Fleischpreise steigen

Einige Analysten rechnen im weiteren Verlauf des Jahres mit steigenden Fleischpreisen, da sich die Kosten für die Viehfütterung erhöhten. So sind beispielsweise die Weizenpreise in den vergangenen Wochen auf den höchsten Stand seit zwei Jahren geklettert. An der Börse in Chicago haben die Preise für gefrorene Schweinebäuche in diesem Jahr nahezu um das Dreieinhalbfache zugelegt, während sich frische Schweinebäuche auf Jahressicht um 53 Prozent verteuerten und ein neues Rekordhoch markierten. Marktexperten machen für diesen Zuwachs höhere Futterkosten verantwortlich, die laut der Commerzbank rund 60 Prozent der gesamten Aufwendungen in der Fleischproduktion ausmachen.

James Park, Analyst bei AHDB Market Intelligence, verwies darauf, dass die Fleischpreise in Großbritannien nicht börsennotiert seien und damit weniger durch Spekulationen beeinflusst würden. Die Preise in Chicago werden stärker von den Terminnotierungen beeinflusst. "Daher haben Faktoren wie höhere Futtermittelkosten dort aufgrund von Spekulation einen größeren Einfluss", sagte er zu Dow Jones Newswires.

England: Schweineangebot entscheidender Einflussfaktor

In Großbritannien sei das Schweineangebot der entscheidende Einflussfaktor. Und dort habe es ein großes Angebot gegeben, was die Preise zuletzt etwas gedrückt habe. Doch im Vergleich zu den Vorjahren sei das Preisniveau immer noch hoch.

Viehzüchter: Längerfristige Lieferkontrakte bevorzugt

Dagegen sehen die Viehzüchter selbst eine andere Ursache für die in jüngster Zeit geringeren Schweinefleischpreise: Die britischen Farmer hätten weniger Möglichkeiten, die Preise zu erhöhen, weil sie längerfristige Lieferkontrakte mit ihren Abnehmern wie Supermärkten bevorzugten. Auch sei zu erwarten, dass Preiserhöhungen an die Verbraucher weitergegeben würden.

National Farmers Union: Preisvolatilität trifft britische Landwirte besonders hart

Die zunehmende Volatilität der Nahrungsmittelpreise habe die britischen Landwirte härter als in früheren Jahren getroffen, da sie weniger Hilfe von der Europäischen Union erhielten, sagte ein Sprecher des Branchenverbandes National Farmers Union. Die Unterstützung durch die EU verringerte sich laut Daten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) auf 23 Prozent im Zeitraum 2007 bis 2009 von 39 Prozent in den Jahren 1986 bis 1988. Zudem hätten die Preise, die die Farmer für ihre Produkte erzielten, im Zeitraum 2007 bis 2009 nur noch um neun Prozent über den Weltmarktpreisen gelegen im Vergleich zu einem Plus von 71 Prozent im Zeitraum 1986 bis 1988, so Dow Jones. (isn)

Auch interessant