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Zucht

Gruppenhaltung: Werden Sie investieren?

von , am
17.04.2012

Ab 31. Dezember 2012 müssen trächtige Sauen EU-weit in Gruppen gehalten werden. Uns interessiert Ihre Meinung: Werden Sie investieren oder steigen Sie aus?

Im Vergleich zum Vorjahr liegen die aktuellen Schweinepreise deutlich drunter. © Mühlhausen/landpixel
Die Umstellung auf Gruppenhaltung ist eine teure Investition. Zwar wird damit Forderungen nach mehr Tierwohl Rechnung getragen, andererseits kommen auf die ohnehin gebeutelten Schweinehalter teure Investitionen zu. Viele Betriebe werden mit der Frage konfontriert: Lohnt sich die Umstellung für mich oder ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, auszusteigen oder auf ein anderes Pferd zu setzen? 

Gruppen richtig managen

Einer der wichtigsten Faktoren für die richtige Umsetzung der Gruppenhaltung ist das Management bei der Gruppenzusammenstellung, informiert das Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL). Soweit möglich seien stabile Gruppen anzustreben. Ständig wechselnde Gruppen führen immer wieder zu Auseinandersetzungen, die neben Stress im Extremfall bis zum Fruchttod (Olsson und Svendsen 1997) führen können.
 
Allerdings sind bei richtigem Management auch Wechselgruppen durchaus praxistauglich.
 
Strukturierung der Bucht
 
Um häufigen Aggressionen zwischen den Sauen, insbesondere bei dynamischen Gruppen, vorzubeugen, ist darauf zu achten, dass den Tieren ausreichend Platz, eine gut erkennbare Strukturierung der Bucht und ein Fütterungssystem geboten werden, welche die unnötige Konkurrenz zwischen den Tieren verhindert (Edwards 1992, de Baey-Ernsten 1996). Hier sei beispielsweise auf technische Detaillösungen verwiesen, wie
  • die Verwendung von Sichtblenden bei Einzelfressständen (Anderson et al. 1999),
  • die Fressplatzbindung durch verzögerte Futtervorlage bei der Dribbelfütterung oder
  • der Einsatz von technisch ausgereiften Abruffütterungsstationen.
Weiterführende Maßnahmen für Verfahren, in denen die Sauen nacheinander fressen müssen, haben dazu beigetragen, Rangkämpfe insbesondere bei restriktiver Fütterung zu minimieren. Beispiele hierzu sind gleichzeitige Grobfuttergabe zum Fütterungsbeginn (Weber et al. 1993) oder die Zwangsführung der Sauen aus der Station in den Auslauf (Mußlick und Rudovsky 1994). Ein weiterer Punkt für die tiergerechte Gruppenhaltung ist die aktive Unterstützung des natürlichen Erkundungsverhaltens der Sauen. Die Zugabe von Beschäftigungsmaterial, beispielsweise Stroh, kann zur Senkung des Aggressionsniveaus in der Gruppe beitragen (Durrell et al. 1997).
 
 
Investieren Sie in die Gruppenhaltung? Uns interessiert Ihre Meinung. Machen Sie doch einfach bei nebenstehender Umfrage mit.
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