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Hintergrund/Jenke-Experiment: Das Schweinehochhaus

ah/dlz agrarmagazin
am
09.03.2015

Es ist das einzige seiner Art in Europa: das Schweinhochhaus in Maasdorf. Schlagzeilen machte es jetzt durch die RTL-Reportage "Das Jenke-Experiment". Die Geschichte des Schweinehochhauses.

In der vergangene Woche ausgetrahlten RTL-Reportage "Das Jenke-Experiment" ging es auch um ein sechsstöckiges Schweinhochhaus in Maasdorf. Zusammen mit einem Vertreter der Tierschutzorganisation "Deutsches Tierschutzbüro" wollte Jenke von Wilmsdorff darin filmen. Das "Tierschutzbüro" hatte das Unternehmen zuvor nach heimlichen Filmaufnahmen wegen Tierquälerei angezeigt. Offizielle Filmaufnahmen vom Inneren des Hochhauses gab es dann nicht: Die JSR Hybrid Deutschland GmbH, der das Hochhaus gehört, lehnte diese mit Verweis auf Hygienegründe ab.
Neu ist das Schweinhochhaus nicht: es existiert bereits seit nahezu einem halben Jahrhundert. Das dlz agrarmagazin hat bereits im Oktober 2013 über das Schweinehochhaus berichtet.

Schweinhochhaus in Maasdorf: Prestigeobjekt der ehemaligen DDR

Das Hochhaus steht im Landkreis Anhalt-Bitterfeld, genauer in Maasdorf. Gebaut wurde es 1969/70 mit Unterstützung der ehemaligen Sowjetunion. Es galt als Prestigeobjekt der damaligen Staats- und Parteiführung in der DDR. Der dlz zufolge ist es damals wegen der vielen automatisierten Arbeitsprozesse das Modernste gewesen, was landwirtschaftliche Tierhaltung zu bieten hatte.
 
Bis auf eine kurze Unterbrechung nach der Wende war das Gebäude ständig mit Schweinen (hauptsächlich Zuchttiere) belegt. Heute gehört das Schweinehochhaus zur JSR Hybrid Deutschland GmbH. 2013 standen in dem Gebäude 500 Reinzuchtsauen, mit denen Nukleus- und Vermehrungszucht durchgeführt wurde, berichtet die dlz.

Sauen und Ferkel kommen mit dem Fahrstuhl von A nach B

Von außen betrachtet hat sich der 25 Meter hohe Betonklotz seit den 70er Jahren nicht verändert. Im Originalzustand waren 2013 auch noch die beiden Fahrstühle, mit denen gleichzeitig entweder drei Sauen oder 50 Ferkel zwischen den Stockwerken hin und her transportiert werden können.
 
Ein besonderer Hingucker war vor zwei Jahren auch die Notstromversorgung: als Notaggregat diente ein ehemaliger sechszylinder Schiffsdieselmotor.

Hier geht's zum Originalbeitrag: "Per Lift zum Abferkeln" ...

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