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Schwein

Wann sich hochgesunde Sauen lohnen

von , am
02.10.2010

Hannover - Immer wieder stehen Sauenhalter vor der Frage, ob es sich lohnt Sauen mit einem sehr hohen Gesundheitsstatus zu kaufen, wie ihn Zuchtunternehmen anbieten.

© BLE/Stephan

Es stellt sich allerdings die Frage, ob man diese Tiere problemlos in eine bestehende Herde eingliedern kann, meint Dr. med. vet. Hendrik Nienhoff, Fachtierarzt für Schweine, an der Landwirtschaftskammer Niedersachsen.

SPF- nicht von allen Krankheiten frei

Grundsätzlich bieten fast alle Zuchtunternehmen zurzeit Sauen aus so genannten Hochgesundheitsherden an. In Dänemark gibt es sogar ein System das den Gesundheitsstatus der Herde beschreibt, das SPF System. Hierzu sollten Sauenhalter allerdings wissen, dass SPF spezifisch pathogenfrei heißt. Dies bedeutet, dass diese Tiere nur frei von bestimmten Krankheitserregern sind. Somit heißt SPF nicht hochgesund wie zum Teil in Verkaufsgesprächen behauptet wird, weiß Nienhoff. Sauenhalter sollten daher erfragen von welchen Erkrankungen die Tiere frei sind. Das gleiche gilt im Prinzip auch für andere Zuchtunternehmen.

Gesundheitsstatus der eigenen Herde kennen

Wichtig ist aber, dass der Status der eigenen Herde im Voraus bekannt ist. Sollte dieses nicht der Fall sein, so ist dieser Status zu ermitteln. In den meisten Fällen wird der Hoftierarzt hierzu Blutproben untersuchen. Der Probenumfang hierbei sollte entsprechend groß gewählt werden, um auch niedrige Prävalenzen zu erfassen. Zum Beispiel werden, um eine Prävalenz von 10% (d.h. jedes 10. Tier ist Träger des Erregers) zu erfassen, 30 Blutproben benötigt. Für die Ermittlung einer 20%igen Prävalenz werden noch 14 Blutproben benötigt (das entspricht den AK-Schlüssel). Erst wenn der Herdenstatus ermittelt sei, könne man sich Gedanken über den Gesundheitstatus der Zukaufsauen machen, rät der Fachtierarzt.

Jungsauen müssen sich eingewöhnen

Lassen wir einmal die gesetzlichen Erkrankungen Dysenterie und Rhinitis atrophicans außen vor, so drehen sich die meisten Verkaufsgespräche um die Zusicherung einer Freiheit von Mykoplasmen, APP und PRRS. Die meisten konventionell geführten Herden sind in der Regel, zumindest in der Blutprobe, positiv auf diese Erkrankungen und Impfen meistens die Ferkel gegen Mykoplasmen und häufig die Sauenherde gegen PRRS. Kommen jetzt hochgesunde Sauen in den Betrieb, kennen sie diese Erkrankungen nicht und müssen sich erst einmal damit auseinandersetzen.

So kann es dann sein, dass diese Jungsauen an eben diesen Erkrankungen erkranken und z.B. nicht rauschen, Ausfluss oder Husten bekommen und letztendlich nicht tragend werden. Um dieses zu verhindern ist eine Eingliederungsphase von mindestens sechs Wochen einzuhalten. In dieser Zeit werden die Jungsauen dann auf den Betriebsstatus aufgeimpft". In wenigen Einzelfällen kann auch eine zusätzliche Antibiotische Behandlung der Jungsauen von Nöten sein. (dlz)

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