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Hofreport: Mobilställe für die Freilandschweine

© Katharina Krenn/agrarheute
von , am
22.07.2014

Freilaufende Mastschweine sind ein seltenes Bild in der konventionellen Landwirtschaft. Der Konradhof setzt auf Freilandhaltung - auch bei seinen Schweinen. Dies realisiert er mit mobilen Schweineställen.

 
Sich selbst ein Bild vom Wohl der Tiere machen zu können - das schätzen die Kunden der Hofmetzgerei am Konradhof in Unering. Denn nicht nur das Geflügel lebt dort im Freiland, sondern auch die Schweine. Auf dem 'Schweinehügel' des Konradhofs können sich die Mastschweine Tag und Nacht, Sommer wie Winter, frei bewegen. "Ich habe selten Schweine draußen rumlaufen gesehen. Und deshalb wollte ich das meiner Frau auch mal zeigen", sagt ein Besucher des Konradhofs. Er könne nicht auf Fleisch verzichten und deshalb wolle er sich zumindest sicher sein, dass die Haltung artgerecht ist.

Mobilstallsystem für 180 Schweine

Für die Freilandhaltung der Schweine hat sich der Inhaber des Konradhofs für ein Mobilstallsystem entschieden. 100.000 Euro hat der Landwirt für zwei Mobilställe in die Hand genommen - je 120 Quadratmeter Stallfläche für maximal 90 Schweine. Das mobile Stallgebäude ohne Boden sitzt auf einem Stahlschlitten, der beliebig versetzt werden kann. Auf dem Konradhof bleiben die Ställe jedoch aus Platzmangel immer an der gleichen Stelle. Nur für das Misten wird versetzt. Nach jedem Durchgang wird das Stallgebäude der Länge nach umgeparkt, so dass der Boden gemistet und desinfiziert werden kann. Danach wird der Mobilstall wieder zurückversetzt. Das Ganze dauert etwa 2 - 3 Arbeitstage, wenn das Wetter mitspielt. Der Regen kann da auch mal einen Strich durch die Rechnung machen.

Gute Außenwirkung

"Grundsätzlich ist der Arbeitsaufwand nicht viel höher als bei einem Massivbaustall. Hier müssen dafür keine Spaltenböden gespült werden.", so die angestellte Betriebsleiterin Jennifer Borisch. Die Investitionskosten seien bei dieser Stallform deutlich niedriger als bei einem konventionellen Stall, denn auf ein Güllesystem kann verzichtet werden.
 
Ein entscheidender Vorteil sei aber die Außenwirkung des zeltartigen Mobilstalls. Er passe konzeptionell besser zur Freilandhaltung und ermögliche dem Verbraucher auch mehr Einblick in den Stall, erklärt Borisch. Allerdings stellt der Stall im Winter andere Herausforderungen. Da müssten die Wasserwege gut isoliert sein. Und es müsse deutlich mehr eingestreut werden, so Borisch.

Futterkästen stehen im Freiland

Die Futterkästen der Marke Selbstbau stehen das ganze Jahr über außerhalb des Stalls im Freien. Somit sind die Tiere gezwungen sich zu bewegen - dies gilt insbesondere für die jungen Schweine , die das Freiland vom Zuchtbetrieb her nicht kennen. Das motiviert die Tiere auch im Winter ihr Nest zu verlassen. Gleichzeitig kann der interessierte Hofbesucher die Schweine beim Fressen beobachten. Das Futter stellt der Betrieb selbst her. Die Tiere bekommen in der Endmast eine Mischung aus Gerste, Rapsextraktionsschrot und Öl. Durch die hofeigene Schlachtung ist es nicht notwendig auf Schlachtgewicht und Magerfleischanteile zu achten.

Hofreport: Der Konradhof setzt auf Direktvermarktung in der Stadt

 
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