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Wissenschaft

Impfen gegen die Afrikanische Schweinepest

Wildschweine wühlen Grasnarbe um
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Martina Hungerkamp, agrarheute
am
10.05.2019

Ein Impfstoff, als Köder für die Wildschweine in Eurasien ausgebracht, könnte die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest stoppen.

Immer wieder gibt es Berichte über die Forschung nach Impfstoffen gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP). Jetzt bestätigt eine neue Studie des VISAVET Health Surveillance Centre in Spanien, dass ein Impfstoff, der den Wildschweinen in Europa und Asien als Köder verabreicht wird, einen erheblichen Fortschritt in der Bekämpfung der ASP darstellt. 

Damit würde automatisch auch das Risiko gesenkt, dass die Tierseuche auf Hausschweinebestände übergreift. Laut der Wissenschaftler liefert die Studie auch den Nachweis, dass diese Immunität über den Kontakt mit immunisierten Schweinen weitergegeben wird. Allerdings seien weitere Untersuchungen nötig, um zum Beispiel genau zu untersuchen, wie dies geschieht.

Über 90 Prozent Schutz vor ASP-Ansteckung

Laut der beteiligten Forscher bietet der oral verabreichte Impfstoff zu 92 Prozent Schutz vor einem hochpathogenen Stamm der ASP, der derzeit in Asien und Europa zirkuliert.

Bislang hätten die Komplexität des ASP-Virus, Wissenslücken über Infektion und Immunität sowie technische Schwierigkeiten die Entwicklung von Impfstoffen behindert. Aber 2017 sorgte ein Wildschwein in Lettland für den Durchbruch.

Das Schwein wurde im EU-Referenzlabor in Madrid als positiv bestätigt. Allerdings handelte es sich um einen schwach virulenten Stamm der Tierseuche. Dieser Stamm ermöglichte es den Forschern, einen Lebendimpfstoff herzustellen.

In Versuchen zeigten mit diesem Impfstoff behandelte Wildschweine keine Symptome der Krankheit. Im Gegenteil, sie produzierten Antikörper, die auch vor der gefährlichen Form der ASP schützen.

Mit Material von Frontiers in Veterinary Science
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