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Aus der Wirtschaft

Initiative Tierwohl: 2.142 Schweinehalter sind dabei

© landpixel
von , am
04.05.2015

Für die Teilnahme an der Initiative Tierwohl haben sich mehr schweinehaltende Betriebe angemeldet als mitmachen können. Jetzt wird geprüft, ob die Betriebe alle Voraussetzungen erfüllen.

Viele Sauenhaltende Betriebe setzen auf zehn Prozent mehr Platz. © ble
Die erste Registrierungsphase für die Initiative Tierwohl ist abgeschlossen.  2.142 schweinehaltende Betriebe wurden zur Auditierung zugelassen. 12.030.514 Tiere profitieren künftig von den Tierwohl-Maßnahmen.
 
In Erstaudits wird jetzt überprüft, ob die Betriebe die ausgewählten Kriterien tatsächlich ab dem von den Landwirten angegebenen Datum umgesetzt haben. Ist das nicht der Fall, gilt das Audit als nicht bestanden und Schweinehalter von der Warteliste rücken nach.  

So teilen sich die teilnehmenden Betriebe auf

Die zugelassenen Betriebe teilen sich folgendermaßen auf:
  • 1.345Schweinemastbetriebe mit 4.492.567 Tieren
  • 324Ferkelaufzuchtbetriebe mit 2.822.322 Tieren
  • 473 sauenhaltende Betriebe mit 4.715.625 Tieren
Die zur Auditierung zugelassenen Landwirte wurden bereits informiert.
 
Insgesamt hatten sich 4.653 Landwirte registrieren lassen. Registrierte, aber nicht für die Auditierung zugelassene Landwirte werden vorerst auf eine Warteliste aufgenommen. 

So geht es weiter

Bei allen zugelassenen Betrieben erfolgt nun im nächsten Schritt das Erstaudit, das die ordnungsgemäße Umsetzung der angemeldeten Kriterien innerhalb des vom Landwirt angegebenen Zeitraumes überprüft. Mit bestandenem Audit und freigegebenem Prüfbericht erhält der Tierhalter einen Auszahlungsanspruch über eine Laufzeit von drei Jahren. Innerhalb dieser drei Jahre gewährleisten regelmäßige, unangekündigte Folgeaudits die kontinuierliche Einhaltung der Kriterien.
 
Die Höhe der Bonusansprüche ergibt sich aus den ausgewählten Wahlpflicht- und Wahlkriterien in Kombination mit den Pflichtkriterien.

Das sind die häufigsten Maßnahmen

Schweinemast:
  • zusätzliches organisches Beschäftigungsmaterial
  • 10 Prozent mehr Platz
  • Saufen aus offener Fläche
Auch in der Ferkelaufzucht sind dies die beliebtesten Kriterien.
 
Sauenhaltende Betriebe setzen vermehrt auf
  • zusätzliches organisches Beschäftigungsmaterial
  • ständigen Zugang zu Raufutter in der Gruppenhaltung, Bereitstellung von organischem Nestbaumaterial und
  • 10 Prozent mehr Platz.
Die für die jeweilige Produktionsform definierten Grundanforderungen muss jeder der teilnehmenden Betriebe umsetzen.

Finanzierung der Initiative Tierwohl

Finanziert wird der Mehraufwand der Landwirte durch die teilnehmenden Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels. Diese führen für die seit Januar 2015 verkaufte Ware vier Cent pro Kilogramm Schweine- und Geflügelfleisch sowie Wurst ab.
 
Im ersten Jahr rechnet die Initiative Tierwohl mit einer Summe von 85 Millionen Euro für Schwein und Geflügel insgesamt, in den ersten drei Jahren mit 255 Millionen Euro.
 

In Bildern: 10 Tipps zur Minimierung der Ferkelverluste

Tipp 1: Um Verluste zu verringern, Sie sollen auf die Zeit zwischen den Geburten einzelner Ferkeln achten. Das beträgt in der Regel maximal 15 Minuten. Tot geborene Ferkel kommen erst nach 45 bis 60 Minuten. © Bräunig/Grave
Tipp 2: Sie könnnen den Anteil an erdrückten Ferkeln während des Geburtes senken, wenn Sie den Sauen bereits vor der Geburt Nestbaumaterial anbieten. Hier haben sich Jutesäcke bewährt. © Bräunig/Grave
Tipp 3: Beim "Grätschens" hilft es, wenn Sie die Hinterbeine des Ferkels zusammenbinden. Für eine verbesserte Bodengriffigkeit können Sie Trockenpulver oder eine Matte verwenden. © Bräunig/Grave
Tipp 4: Stellen Sie eine optimale Temperatur von 32 bis 35 C° im Ferkelnest sicher. Tipp 5: Dämen Sie das Licht im Ferkelnest. Zu viel und zu starkes Licht wirkt immunschwächend. Neugeborene ziehen das Halbdunkel vor - daher sind Rotlichtlampen zu empfehlen. © Bräunig/Grave
Tipp 6: Geben Sie den Ferkeln möglichst schnell Kolostrum. Die Reserven von Ferkeln reichen höchstens für einen Tag. Das Ferkel muss möglichst schnell Kolostrum aufnehmen, um die Energie aus der Milch in Wärme umzusetzen. © Bräunig/Grave
Tipp 7: Die Sau bildet nur eine bestimmte Menge Biestmilch mit lebensnotwendigen Abwehrstoffen. Damit jedes Ferkel seinen Teil bekommt (mindestens 250 g pro Ferkel), können Sie die erstgeborenen Ferkel markieren und diese, nachdem sie schon getrunken haben, hinter eine Trennwand setzen, um auch die zuletzt Geborenen trinken zu lassen. © Bräunig/Grave
Tipp 8: Beim (Tot-)beißen geben Sie den Sauen kein Oxytocin, dafür eventuell ein Beruhigungsmittel. Ferkel von Jungsauen sind anfälliger als die von Altsauen für Infektionen, weil das Abwehrsystem ihrer Mütter noch nicht voll entwickelt ist. © Bräunig/Grave
Tipp 9: Beim Kastrieren sollen Sie es mit einem waagerechten Schnitt versuchen anstelle von zwei senkrechten. So verursachen Sie statt zwei Wunden nur eine. © Bräunig/Grave
Tipp 10: Der beste Zeitpunkt zum Verabreichen von Eisen ist der dritte Lebenstag. Geben Sie keines bei Infektionen der Ferkel mit Clostridien und bei E.-coli-Durchfällen. © Bräunig/Grave
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