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Schweinehaltung

Initiative Tierwohl: Das ändert sich für Schweinehalter

Zwei Ferkel liegen im Stroh
am Dienstag, 21.07.2020 - 11:34 (Jetzt kommentieren)

Die dritte Phase der Initiative Tierwohl startet am 01. Januar 2021. Vor allem Schweinehalter müssen sich auf veränderte Kriterien einstellen.

Im Januar 2021 startet die dritte Phase der Initiative Tierwohl. Betriebe können sich ab dem 15. September 2020 für den neuen Zeitraum anmelden. Auch bereits teilnehmende Betriebe müssen sich erneut über ihren Bündler anmelden.

Da die ITW die Anzahl der Schweinebetriebe ab Anfang 2021 steigern möchte, sind auch neue Betriebe willkommen. Der Anmeldestart am 15. September gilt für Ferkelerzeuger, die bereits teilnehmen und neue sowie bereits teilnehmende Schweinemastbetriebe. Neue Ferkelerzeugungsbetriebe können sich voraussichtlich ab Februar 2021 anmelden.

Was ändert sich für Schweinehalter in der „dritten Phase“?

Während die Kriterien für Geflügelhalter gleichbleiben, müssen sich Schweinehalter auf eine Reihe an Änderungen einstellen:

  • Schweinehalter müssen mindestens einmal im Jahr an einer fachspezifischen Fortbildung teilnehmen.
  • ITW Ferkelaufzüchter dürfen nur noch Ferkel von ITW Sauenhaltern beziehen.
  • ITW Sauenhalter erhalten ihre finanzielle Entschädigung zukünftig von den Ferkelaufzüchtern. Diese erhalten einen Preis von 3,07 €/ Ferkel und geben davon 1,80 €/ Ferkel an den Sauenhalter weiter.
  • Raufutter ersetzt zudem das zusätzliche organische Beschäftigungsmaterial in den Schweinebuchten.

Das Raufutter muss zusätzlich und separat zum Futter angeboten werden. Es ist zwar möglich, das Futter in Intervallen zu füttern, allerdings muss es in der überwiegenden Zeit des Tages verfügbar sein.

Damit sich Schweinehalter auf die Programmphase einstellen können, ist es möglich das Kriterium „Raufutter“ bereits ab November umzusetzen. Bei Betrieben, die bereits Raufutter anbieten, wird der Preis von 1,80€/ Schwein auf 2,30€/ Schwein angehoben. Es ist zu beachten, dass dieser Aufpreis an die Anmeldung für den Zeitraum ab Januar 2021 gekoppelt ist.

Wer finanziert das Tierwohl?

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Die drei Jahre gültige Programmphase soll sich zukünftig nicht mehr über Fonds finanzieren, sondern auf eine Marktfinanzierung umsteigen.

Ziel dieser Maßnahme ist es, dass derjenige, der für Tierwohl mehr bezahlt, nachweislich auch mehr bekommt. Dadurch wird auch anderen Wirtschaftspartnern wie großen Gastronomien eine Teilnahme an der Initiative erleichtert.

  • Der von der Initiative Tierwohl festgelegte Aufpreis wird in der Schweinemast bis zum 30. Juni 2021 zunächst weiter aus Fonds finanziert. Ab Juli 2021 soll er jedoch direkt von den Schlachtunternehmen oder Vermarktern übernommen werden.
  • Bei den Ferkelerzeugern ist vorgesehen, einen Übergangsfonds von teilnehmenden Lebensmitteleinzelhändlern mit 30 Mio. Euro pro Jahr zu füllen und an die teilnehmenden Landwirte weiter zu geben. Ziel dieses Übergangsfonds sind geschlossene Lieferketten zwischen Sauenhaltern und Ferkelaufzüchtern.
  • Auch die Hähnchen- und Putenmäster erhalten ein von der ITW festgelegtes Tierwohlentgelt. Dieses wird von den Geflügelschlachtereien vergütet und die Kosten so abgedeckt.

Die Wahlkriterien in der Initiative Tierwohl verschwinden

Da auch das Schweinefleisch in Zukunft eine Signalkennzeichnung erhalten soll, ist es wichtig einheitliche Anforderungen an alle Erzeuger zu stellen. Diese Kennzeichnung soll bewirken, dass das Fleisch bis zum landwirtschaftlichen Betrieb zurückverfolgt werden kann.

In diesem Zug gelten ab Januar einheitliche Kriterien:

  • Basiskriterien Tierhaltung*
  • Hygiene*
  • Tiergesundheit*
  • Teilnahme am Antibiotikamonitoring
  • Teilnahme am indexierten Schlachtbefunddatenprogramm
  • Stallklimacheck
  • Tränkwassercheck
  • Fortbildung
  • Tageslicht
  • 10 Prozent mehr Platzangebot
  • Raufutter
  • Bezug von ITW-Ferkeln (nur für Ferkelaufzucht)

*die oben genannten Punkte sind im QS-Leitfaden Landwirtschaft Schweinehaltung festgelegt.

Mit Material von Initiative Tierwohl

Leitfaden der QS zur Schweinehaltung in der Landwirtschaft

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