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Schweinehaltung

Initiative Tierwohl: Anmeldeschluss rückt näher

von , am
18.09.2017

Auch in der kommenden Förderperiode werden die Kosten für die zusätzlichen jährlichen Bestandschecks durch die Initiative Tierwohl übernommen. Die Kosten für die „normalen“ Tierwohlaudits trägt weiterhin der Landwirt.

Interessierte Landwirte können sich noch bis zum 26. September für die neue Phase der ITW bei den Bündlern anmelden. Wichtig: Auch schon jetzt teilnehmende Betriebe müssen sich für die zweite Phase neu anmelden, worauf die Interessensgemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands e.V. (ISN) auf ihrer Homepage hinweist. Die Teilnahme sei aber ebenso freiwillig wie bisher. Die Phase startet mit Jahresbeginn 2018. Die Rückmeldung darüber, welche Betriebe an der neuen Programmlaufzeit teilnehmen können, soll am 14. Oktober dieses Jahres an die Bündler weitergegeben werden. So solle noch ausreichend Zeit bleiben, die geforderten Kriterien seitens der Betriebe umzusetzen.

Änderungen bei den Tierwohlkriterien

Für die neue Phase ab 2018 stehen insgesamt weniger Kriterien zur Auswahl. Rund „10 Prozent mehr Platz“ und „zusätzliches organisches Beschäftigungsmaterial“ sollen aber zur Pflicht werden. Dahingegen fällt die maximal mögliche Bonuszahlung in der zweiten Phase der ITW deutlich niedriger aus. So bekommt man 5,10 Euro je Mastschwein, 1,35 Euro je Ferkel in der Aufzucht und 2,80 Euro je Ferkel in der Sauenhaltung. Zudem sollen einige Kriterien geringer vergütet werden.

Mit Material von Initiative Tierwohl und Interessensgemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands e.V.

Bestandscheckkosten werden übernommen

Tierwohl
© Initiative Tierwohl

Die Kosten für die zusätzlichen Bestandschecks werden auch in der kommenden Förderperiode von 2018 bis 2020 von der ITW übernommen. Jedoch müssen die Kosten in der laufenden Periode für die „normalen“ Tierwohlaudits weiterhin vom Schweinehalter selbst übernommen werden.

Tierwohl-Siegel und ihre Kriterien im Überblick

Neuland Siegel
Neuland: Haltung auf Einstreu; Spaltenböden oder Gitterroste sind nicht erlaubt, ganzjähriger Auslauf ins Freie, mehr Tageslicht im Stall, ausschließlich heimische und gentechnikfreie Futtermittel, Antibiotika in der Fütterung sind verboten, Bestandsobergrenze bei Schweinen: 150 Sauen und 950 Mastplätze, Schwanzkürzen und Abschleifen der Zähne ist verboten, Ferkelkastration nur unter Betäubung © Neuland
Tierschutzlabel Einstiegstufe
Tierschutzlabel Einstiegstufe: Platzangebot: 45 % mehr Platz als gesetzlich vorgeschrieben; 1,1 Quadratmeter pro Tier, , Bodenbeschaffenheit, Liegebereich: perforierter Boden, in mindestens vier Buchten Komfortliegebereiche (verbindlicher Entwicklungsplan für neue Betriebe), Beschäftigungsmaterial: Stroh oder vergleichbares organisches Material (auch Pellet-Automaten), Ferkelkastration nur unter Betäubung, Klima: Luftkühlung oder Wasservernebelung (Hochdruck), , Bestandsobergrenze: 3.000 Schweinemastplätze, Transportdauer: maximal 4 Stunden © Deutscher Tierschutzbund
Tierschutzlabel Premiumstufe
Tierschutzlabel Premiumstufe: Platzangebot: circa doppeltes Platzangebot als gesetzlich vorgeschrieben, Bodenbeschaffenheit, Liegebereich: perforierter Aktivitätsbereich, planbefestigter und eingestreuter Liegebereich, Beschäftigungsmaterial: Stroh oder vergleichbares Material, Verschiedene Temperaturzonen: Auslauf (individuelle Ausnahmen für Offenfrontstall), Bestandsobergrenze: 2.000 Schweinemastplätzem, Transportdauer: maximal 4 Stunden, Ferkelkastration nur unter Betäubung © Deutscher Tierschutzbund
Vier Pfoten Label
Vier Pfoten Siegel: kupieren des Schwanzes verboten, abschleifen der Zähne verboten, Kastration nur möglich, wenn kein geeigneter Schlachthof für Eber zur Verfügung; sonst: Kastration nur unter Vollnarkose und Schmerznachbehandlung, planbefestigte, eingestreute Liegefläche, mehr Platz pro Tier im Vergleich zu konventioneller Haltung, Fenster/Tageslicht, gutes Stallklima: Belüftung/Kühlung oder Wasservernebelung, neue Stallungen: Außenklimastall, Transportdauer: maximal 4 Stunden Premiumstufe (zusätzlich): genaue Haltungsvorgaben für die Zucht integriert, z.B. freie Abferkelung, befestigter Auslauf verpflichtend, zusätzlich unbefestigter Auslauf oder Freilandhaltung (zumindest saisonal) © Vier Pfoten
Staatliches Tierwohllabel
Staatliches Tierwohllabel: Die Markteinführung des staatlichen Tierwohllabels ist 2019 geplant. Es soll ebenfalls mehrstufig sein. Noch gibt es keinen konkreten Kriterienkatalog. Dieser soll laut Bundesminister Schmidt bis Ostern erarbeitet werden. Diese Punkte soll es beinhalten: mehr Platzangebot, Buchtenstrukturierung (ausreichend Platz, um Liege- und Aktivitätsbereich zu trennen), längere Säugephase (Dauer der Säugezeit), nicht-kurative Eingriffe (Schwänzekupieren), Tiergesundheitsindex (Teilnahme an Erfassungssystemen), kürzere Transportdauer, Schlachtdauer (bessere Kontrolle von Betäubungen) © BMEL
Initiative Tierwohl
Die Initiative Tierwohl hat kein eigenes Label. Es handelt sich um eine Brancheninitiative für mehr Tierwohl. Der Lebensmitteleinzelhandel zahlt derzeit 4 Cent pro Kilo Fleisch in einen Fond ein, aus dem Landwirte für das Erfüllen bestimmter Haltungskriterien entlohnt werden. Pflichtkriterien in der Schweinemast sind: Teilnahme am Antibiotikamonitoring, Teilnahme am indexierten Schlachtbefunddatenprogramm, 10 % mehr Platz, zusätzliches organisches Beschäftigungsmaterial, Durchführung eines Stallklimacheck ein Mal pro Jahr, Durchführung eines Tränkewassercheck ein Mal pro Jahr, Tageslicht: Jedes Abteil muss Tageslichteinfall haben. Die lichtdurchlässige Außenfläche muss im Durchschnitt des Betriebes mindestens 1,5 Prozent der Abteil-Grundflächen betragen. Für das einzelne Abteil ist eine Unterschreitung der lichtdurchlässigen Fläche von maximal 20 Prozent zulässig. © Initiative Tierwohl
Labelübersicht für die Schweinemast
Labelübersicht für die Schweinemast © BMEL
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