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8. Fachforum Schwein

InnoPig: Hohe Saugferkelverluste in Freilaufbucht

Dr. Heiko Janssen auf dem Fachforum in Cloppenburg
© Martina Hungerkamp
von am
08.02.2018

Auf dem 8. Fachforum Schwein in Cloppenburg präsentierte Dr. Heiko Janssen, Landwirtschaftskammer Niedersachsen, erste Auswertungen des Projekts InnoPig: Vor allem in der getesteten Freilaufbucht waren die Saugferkelverluste sehr hoch.

Im Projekt "InnoPig" werden die Praxistauglichkeit  und Tiergerechtigkeit zweier alternativer Haltungssysteme im Vergleich zur konventionellen Einzelhaltung im Ferkelschutzkorb getestet:

- eine freie Abferkelbucht

- die Gruppenhaltung ferkelführender Sauen.

Wissenschaftler verschiedener Disziplinen untersuchen - neben Parametern, die die Sau betreffen - eine Vielzahl an Parametern vom Saugferkel bis zum Ende der Mast.

Große Unterschiede bei den Saugferkelverlusten

Dr. Heiko Janssen, Landwirtschaftskammer Niedersachsen, stellte auf dem 8. Fachforum Schwein in Cloppenburg erste Auswertungen aus der Versuchsstation der Kammer in Wehnen (Kreis Ammerland) vor.

Demnach zeigen die Auswertungen bezüglich der Leistungsfähigkeit, dass in der getesteten Freilaufbucht mit bis zu 25 Prozent die höchsten Saugferkelverluste auftreten. Dann kam die Gruppenhaltung ferkelführender Sauen (rund 20 Prozent) und dann der Ferkelschutzkorb (12,8 Prozent).

Aufgrund der inakzeptablen hohen Verluste wurden Anpassungen an der freien Abferkelbucht vorgenommen. Die Auswirkungen auf die Saugferkelverluste sind aktuell Gegenstand weiterer Untersuchungen. Das Ziel der Maßnahmen ist laut Heiko Janssen, die Saugferkelverluste der alternativen Systeme weiter deutlich zu senken.

Abferkelstall: Sauen in Bewegung

Bewegungsbucht mit Einstreu
Damit das System „Bewegungsbucht“ funktioniert, sollten die Buchten eine Mindestgröße von 6 m² aufweisen. Das macht sie allerdings teurer, zudem ist das Management deutlich aufwendiger. © Martina Hungerkamp/dlz agrarmagazin
Sau mit Ferkel
Kann sich die Sau in der Abferkelbucht frei bewegen, spielt ihr Charakter eine große Rolle: Achten Sie auf die Mütterlichkeit der Sauen. Auf der anderen Seite dürfen die Tiere den betreuenden Personen gegenüber nicht aggressiv sein. © Martina Hungerkamp/dlz agrarmagazin
Sau säugt Ferkel in Bewegungsbucht
In einem Versuch stellten Wissenschaftler fest, dass Sauen in Freilauf-Abferkelbuchten ihre Ferkel häufiger und länger säugen, als Sauen, die in Buchten mit Ferkelschutzkorb stehen. Zudem kommen die Ferkel so leichter an das Gesäuge. © Martina Hungerkamp/dlz agrarmagazin
Sau in Abferkelbucht mit Bewegungsbucht
Neben dem Wohlbefinden der Tiere muss der Arbeitsschutz in Bewegungsbuchten garantiert sein. Deshalb sollte, wie bei der Bucht auf dem Bild, die Möglichkeit bestehen, die Sauen im Notfall fixieren zu können. © Wiebke Herrmann/dlz agrarmagazin
Ferkel in Ferkelnest in Bewegungsbucht
Ein - vielleicht der wichtigste Aspekt - sind die Saugferkelverluste durch Erdrücken. Deshalb sollte das Nest so konzipiert sein, dass die Ferkel es schnell und gerne aufsuchen. © Martina Hungerkamp/dlz agrarmagazin
Sau mit Ferkeln in Bewegungsbucht
Sauen nehmen zum Beispiel auch seltener eine sitzende – für sie eigentlich unnatürliche – Position ein. Beim Absetzten sind sie in der Regel fitter. Insgesamt lässt sich auf ein höheres Wohlbefinden der Sauen schließen. © Martina Hungerkamp/dlz agrarmagazin
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