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Irritationen am Schweinemarkt

© contrastwerkstatt/Fotolia
von , am
20.06.2012

Brüssel/Wien/Berlin - Am Preisbildungssystem in Deutschland ist "etwas faul". Diesen Vorwurf müssen sich deutsche Schlachtunternehmen derzeit von anderen Marktbeteiligten gefallen lassen.

Der Absatz von Schweinen stockt. Viele Schlachter reagieren mit Hauspreisen. © Mühlhausen/landpixel
Am EU-Schweinemarkt zeigen sich derzeit massive Irritationen: Deutschland setzt diese Woche mit minus neun Cent einen Schritt, der nach dem letztwöchigen Plus von vier Cent deutlich macht, dass am Preisbildungssystem hierzulande etwas faul ist, kritisieren Marktbeteiligte.
 
Dabei wird diese Absenkung von vielen Marktbeteiligten als reine Retourkutsche für den Preisanstieg in der Vorwoche gesehen, weniger als Ergebnis aus Angebot und Nachfrage. Der Abstand des deutschen Preises zu den Notierungen anderer großer Schweinefleischexporteure wie Spanien oder Dänemark nimmt weiter zu. So liegen die Preise in Dänemark derzeit umgerechnet um acht Cent über denen in Deutschland.

ISN: Verhalten deutscher Schlachtunternehmen ist bedauerlich

Aus Sicht der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) hat die vergangene Woche deutlich gezeigt, "wie massiv der Einfluss der großen Schlachtunternehmen auf den Schweinepreis wirklich ist". Durch eine kurzfristige Reduzierung der Schlachtmengen in einigen großen Unternehmen sei das Preisniveau - zusammen mit der entsprechenden Propaganda - deutlich gedrückt worden, kritisiert die ISN. Es sei sehr bedauerlich, "dass deutsche Schlachtunternehmen offensichtlich bestrebt sind, ihre Spanne in erster Linie über eine Senkung der Einkaufspreise zu erhöhen, anstatt im Verkauf die Wertschöpfung zu steigern".

Eine ausführliche Analyse zum EU-Schweinemarkt finden Sie Anfang nächster Woche auf agrarheute.com.

Aus der Praxis: Sauenhaltung auf dem Betrieb Hahn

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