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Interview

ISD bietet konkrete Lösungsansätze für Schweinehalter

Drei Ferkel in einer Abferkelbucht
am Mittwoch, 23.12.2020 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Exklusiv gaben die Gründungsmitglieder der Initiative Schweinehaltung Deutschland (ISD) agrarheute ein Interview. Sie schlagen konkrete Lösungen vor, die politisch umsetzbar sind und damit viele Herausforderungen der Schweinehalter lösen.

agrarheute-Redakteure im Interview mit der Initiative Schweinehaltung Deutschland (ISD)

Andreas Niedermeier ist Schweinemäster aus Dresden. Daniela Deeters aus der Grafschaft Bentheim führt einen Betrieb mit Sauenhaltung und Ferkelaufzucht in DeutschlandZusammen mit anderen Schweinehaltern haben sie die Initiative Schweinehaltung Deutschland (ISD) gegründet und Dr. Dirk Hesse (Beratung, AgriKontakt) als Sprecher gewinnen können. Sie stellten sich exklusiv den Fragen von agrarheute.

Im Gespräch zur Schweinehaltung in Deutschland waren (im Uhrzeigersinn auf dem Bild zu sehen:) Dr. Dirk Hesse (Berater, ISD), Martina Hungerkamp (agrarheute), Uwe Bräunig (agrarheute), Andreas Niedermeier (Schweinemäster, ISD), Wiebke Herrmann (agrarheute) und Daniela Deeters (Schweinehalterin, ISD).

Wer steht hinter der Initiative Schweinehaltung Deutschland? 

In der Initiative sind Schweinehalter aus ganz Deutschland organisiert, große und kleinere Betriebe, Sauenhalter ebenso wie Mäster. Inzwischen haben sich über 70 Landwirte zusammengeschlossen. Der Großteil kommt aus veredlungsstarken Regionen wie dem Emsland. 

Pro Woche melden sich bei uns ein bis zwei weitere Landwirte, die mitmachen möchten. Wir sind praxisnah und so schlank aufgestellt, damit wir schnell reagieren und Vorschläge erarbeiten können.

Wie kam es zur Gründung der ISD?

Seit Jahren wird die Schweinehaltung in Deutschland erschwert - zum Beispiel durch die Verschärfung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung. Viele Punkte, die uns Schweinehalter betreffen, sind in unseren Augen nicht praktikabel und auch nicht tierschutzverbessernd.

Daher haben wir konkrete Vorschläge erarbeitet, wie wir noch mehr Tierwohl in unseren Ställen realisieren können. Aber ohne, dass unsere Verbraucher dafür mehr zahlen müssen. Das ist Tierschutz mit Hirn, statt fürs menschliche Auge.

Was genau macht die ISD?

Wir reden bewusst von einer Initiative. Wir wollen nicht jammern, kritisieren, protestieren und schon gar nicht radikal werden.

Im Gegenteil: Wir arbeiten konkrete Lösungsvorschläge aus, damit noch mehr Tierwohl in den Ställen Einzug hält. Aber so, dass Menschen in Deutschland weiter gerne Produkte von deutschen Schweinen kaufen können und somit die Schweinehaltung weiter in Deutschland bleibt.

ISD will Politiker mit konkreten Lösungsvorschlägen informieren

Ist das nicht Aufgabe der bereits vorhandenen Verbände?

Viele erwarten das wohl von ihren Verbänden. Wir würden uns über eine Zusammenarbeit sehr freuen. Gemeinsam sind wir noch stärker.

Wir wollen etwas bewegen und sind zu der Überzeugung gelangt, dass das kurzfristig am besten über die Politik, also über die einzelnen Politiker geht. Das sind unsere ersten Ansprechpartner.

Wie können wir Politiker so informieren, dass unsere, manchmal komplexen, fachlichen Informationen leichter verstanden werden können? Die Bauförderung Landwirtschaft (BFL) hat im vergangenen Jahr begonnen, ihre mit Praxis, Beratung und Wissenschaft abgestimmten Fachinformationen je Thema auf jeweils eine DIN-A4-Seite zu bringen. Auch zeigte sich, dass es den Tierhaltern hilft, wenn nicht nur Punkte der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung kritisiert werden, sondern auch zu jedem Kritikpunkt ein konkreter Lösungsvorschlag gemacht wird.

Daher haben wir auch, da wo sinnvoll, die Lösungsvorschläge der BFL übernommen, teilweise noch ergänzt. Die Rückmeldungen sind vielversprechend. Einige Politiker honorieren, dass wir nicht nur kritisieren, sondern passende eigene Lösungsansätze aus der Praxis von Landwirten erarbeitet haben.

Wir haben derzeit vier Positionspapiere erarbeitet:

  • Nutztierhaltungs-Verordnung
  • Fördermittel
  • Verhinderung der weiteren Ausbreitung der Afrikanische Schweinepest (ASP)
  • Beendigung der Handelsbeschränkung mittels Einrichtung eines sicher ASP freien Gebiets

Diese können unter https://www.dropbox.com/sh/zqev3auqkwy2a77/AACH-VTYTOos6zimQ8jwL8yia?dl=0 runtergeladen oder angeschaut werden.

Haben Sie weitere Ziele?

Unser großes Ziel ist, dass sich jeder, der in Deutschland lebt, auch Schweinefleisch von hier leisten kann. Die Regionalität spielt eine Rolle. Wir sind der Meinung, dass regionales Schweinefleisch nur deutschlandweit funktioniert.

Wir wollen, dass diejenigen, die in Deutschland Schweine halten wollen, weiter ihre Berufung ausüben können.

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